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Junge Labels auf dem Design Gipfel

Corona als Innovationsbooster

Münster

Noch bis Sonntag findet in der Mensa am Ring der Design Gipfel statt, auf dem handgemachte und liebevoll gestaltete Produkte zum Verkauf angeboten werden. 80 Ausstellerinnen und Aussteller haben ihre Stände aufgebaut.

Von Elisa Schwarze

20 Monate ist es her, dass der letzte Design Gipfel stattfinden konnte - nun kehrte die beliebte Veranstaltung nach Münster zurück. Die Freude unter den Ausstellerinnen und Ausstellern, hier die Gründer des münsterischen Sneaker-Labels Kula Customs, war dementsprechend groß. Foto: Elisa Schwarze

Mit strahlendem Lächeln steht Maria Vazquez hinter ihrem Stand in der Mensa am Ring, vor ihr bunte Seifen, Körperöle und Body Scrubs. Die Produkte gehören zum Label Ámatee, welches Maria gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Karl im März 2020 übernommen hat – mitten in der Corona-Pandemie. Eine „ungewisse“ Zeit sei das gewesen, erzählt sie. „Umso glücklicher sind wir, heute hier sein zu dürfen.“

Über viele Monate hatte sich das Dortmunder Paar ausschließlich mit dem Online-Handel zufriedengeben müssen. „Unsere Produkte sind sehr beratungsintensiv“, erklärt Maria. „Die Gespräche und der Austausch mit den Kundinnen und Kunden fehlten“. Allerdings habe die Pandemie für ihr Unternehmen auch Vorteile gebracht: Die Menschen hätten traditionelle und lokal gefertigte Produkte wie ihre zu schätzen gelernt. „Das hat uns motiviert, diese Linie weiter zu verfolgen.“

Tobias Kulakowski (Kula Customs)

Auch andere Ausstellerinnen und Aussteller auf dem Design Gipfel berichten von positiven Seiten der Coronakrise. Die Münsteraner Tobias Kulakowski und Marcus Wipper beschlossen im Juli 2020, ihr Lockdown-Hobby zum Beruf zu machen: Auf Anraten ihrer Bekannten meldeten die langjährigen Freunde ein Kleingewerbe an. Entstanden ist Kula Customs, eine Marke für individuell designte Sneaker und Upcycling-Kleidung. „Hätte es Corona nicht gegeben, wären wir heute vermutlich nicht hier“, erzählt Tobias.

Nele Gerlach geht es ähnlich. Die Gründerin des nachhaltigen Modelabels Isarti hatte schon immer davon geträumt, sich selbstständig zu machen. Endgültig dazu entschieden habe sie sich jedoch durch die Pandemie: „Meine Frustration am Arbeitsplatz nahm während Corona dauerhaft zu“, berichtet die Münsteranerin. „Als ich nach Wochen der Kurzarbeit keine Perspektive mehr sah, war mein Entschluss gefallen.“

Nach sechs Jahren als Schneiderin und Modedesignerin, unter anderem für Valentino, kehrte Nele ihrem Job im Januar 2021 den Rücken zu. Bereut habe sie ihre Entscheidung bislang nie. In der Corona-Krise sei alles etwas langsamer und bewusster vonstatten gegangen – Werte, die sie als Designerin ebenfalls widerspiegeln möchte. „Ich glaube, ich habe mir für die Gründung genau den richtigen Zeitpunkt ausgesucht.“

Nächster Design Gipfel im März 2022

Neben jungen Start-ups boten in der Mensa am Ring auch etabliertere Marken ihre Produkte an. Von Papeterie über Deko-Artikel bis hin zu handgemachten Teppichen war für jeden etwas dabei. Wer diesmal kein Ticket ergattern konnte, sollte sich den 12. und 13. März im Kalender markieren: Dann findet der nächste Design Gipfel statt.

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