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OB Lewe warnt vor Folgen der Pandemie

„Corona schränkt Kinder und Jugendliche gravierend ein“

Münster

Was machen Corona-Pandemie und Lockdown mit Kindern und Jugendlichen? Aus Sicht von Oberbürgermeister Lewe sind die jungen Mitbürgerinnen und Mitbürger besonders betroffen. Er wirbt beim Bund für ein Corona-Aufbauprogramm.

Ralf Repöhler

Die Corona-Zeit hat gravierende Auswirkungen auf den Lebensalltag von Kindern und Jugendlichen. Foto: Christoph Soeder

Die fünf Kinder von Oberbürgermeister Markus Lewe sind zwar schon ein bisschen älter. Aber der Vizepräsident des Deutschen Städtetages und Großvater weiß genau, wovon er spricht, wenn er vor den Folgen der Corona-Pandemie für die jüngere Generation warnt. „Kinder und Jugendliche erleben mehr noch als die meisten Erwachsenen, wie gravierend die Pandemie ihren Lebensalltag einschränkt. Auch Kinder und Jugendliche aus zugewanderten Familien sind besonders betroffen“, sagte Lewe.

Lange Phasen des Distanz- oder Wechselunterrichts in Schulen und starke Einschränkungen in Kitas, kaum Treffen mit Freunden, kein Training in den Sportvereinen, abgesagte Gemein­schaftsfahrten würden viel Verzicht abfordern. „Viele können keine Zukunftspläne machen, weil Ausbildungsplätze schwerer zu finden und die Perspektiven unsicher sind. Das hinterlässt Spuren in Körper und Seele bei Millionen von Kindern und Jugendlichen“, so Lewe.

„Study Halls“ sollen beim Lernen helfen

Was muss passieren? Lewe warb am Mittwoch vor den nationalen Medien um ein zwei Milliarden Euro schweres Corona-Aufbauprogramm für Kinder und Jugendliche. Bund, Länder und Kommunen müssten gemeinsam attraktive Angebote unterbreiten, damit die jungen Menschen ihre Erfahrungen während der Pandemie verarbeiten könnten.

Zusätzliches Geld werde unter anderem benötigt für einen Ausbau der Familienberatung, den Aufbau von „Study Halls“ zum Lernen außerhalb der Schule, um einkommensschwache Familien besser zu unterstützen, zusätzliche Kapazitäten in der Sozialarbeit, um nachbarschaftliches und ehrenamtliches Engagement zu stärken. „Mentoren sollten Kinder und Jugendliche direkt unterstützen“, sagte Lewe. Als Beispiel nannte er das erfolgreiche Sportpatenprojekt in Münster.

Das Bundeskabinett soll in der kommenden Woche Grundzüge eines Corona-Aufbaupaketes beschließen. „Wir hoffen sehr darauf“, sagte Lewe.

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