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Nach Attacke am Rande des CSD

Täter weiter flüchtig – Polizei erhält Hinweise

Münster

Am Rande des Christopher-Street-Day (CSD) wurde am Samstag ein Teilnehmer zusammengeschlagen und lebensgefährlich verletzt. Der Täter ist weiter flüchtig, doch eine anstehende Vernehmung könnte für die Polizei entscheidend sein bei den Ermittlungen.

Die Queer-Gemeinde Münster und queere Vereine haben am Sonntag in einem Gottesdienst vor der Heilig-Geist-Kirche für den Verletzten ein Gebet gesprochen. Foto: Heiko Philippski

Nachdem ein 25-jähriger trans* Mann am Samstag am Rande des Christopher Street Day (CSD) brutal zusammengeschlagen und dabei lebensgefährlich verletzt wurde (wir berichteten), ist die Polizei weiter auf der Suche nach dem Täter.

Der Angreifer ist weiter flüchtig. Eine Polizeisprecherin teilte auf Anfrage mit, dass mehrere Zeugenhinweise eingegangen seien. Diese würden derzeit ausgewertet. Im Laufe des Dienstags sollten außerdem die Frauen vernommen werden, die zuvor von dem Täter lesbenfeindlich beschimpft worden sein sollen. Die Polizei erhoffe sich von den Vernehmungen Hinweise auf den Täter. Auch am dritten Tag nach der Attacke musste er auf der Intensivstation behandelt werden.

An dem besagten Abend soll der Gesuchte um kurz nach 20 Uhr mehrere CSD-Teilnehmerinnen am Albersloher Weg als „lesbische Hure“ beschimpft haben, wie die Polizei mitteilt. Der 25-Jährige habe die Situation beobachtet und den Unbekannten gebeten, diese Beleidigungen zu unterlassen. Unvermittelt habe der Täter dem couragierten Zeugen ins Gesicht geschlagen. Durch einen zweiten gezielten Faustschlag ins Gesicht habe der Geschädigte das Bewusstsein verloren und sei mit dem Hinterkopf auf dem Asphalt aufgeschlagen.

So soll der Täter aussehen

Der Tatverdächtige sei fußläufig mit einem Begleiter in Richtung Lippstädter Straße geflüchtet. Zeugen beschrieben ihn als 1,70 bis 1,80 Meter großen 18 bis 20 Jahre alten Heranwachsenden mit schmächtiger Statur. Er sei mit einer Jeans mit breit ausgestellten Beinen, einem T-Shirt und einem Anglerhut bekleidet gewesen. Sein Begleiter soll gleichen Alters, ebenfalls männlich und mit einem weißen T-Shirt bekleidet gewesen sein. Hinweise nimmt die Polizei unter 0251/2750 entgegen.

Kommentar: Abscheuliche Tat

Das Opfer ist laut Polizeiangaben nicht mehr in Lebensgefahr. Ein Vertreter des Vereins „Trans-Inter-Münster“ berichtet, dass der junge Mann aber immer noch im Koma liege und Folgeschäden nicht ausgeschlossen werden könnten. Der Mann hatte in der Folge der Attacke Hirnblutungen erlitten und mehrfach operiert werden müssen.

Gebete für den Verletzten beim Gottesdienst

Münsters queere Community zeigte sich erschüttert nach dem Vorfall, der den sonst friedlichen CSD mit 10 000 Menschen überschattete. Am Sonntagabend hat die Queer-Gemeinde Münster zusammen mit queeren Vereinen in einem Gottesdienst vor der Heilig-Geist-Kirche ein Gebet für den Verletzten gesprochen und Steine bemalt, die am Montag am Hafenplatz niedergelegt wurden. Diese „Steine der Schreie“ sollen ein Zeichen gegen Hass, Gewalt und Ausgrenzung sein, die in der offenen und bunten Stadtgesellschaft Münsters kein Platz habe, wie die beteiligten Vereine mitteilten.

Queere Gruppen haben am Sonntag beim Queergottesdienst Steine bemalt und sie am Montag am Tatort auf eine Transflagge gelegt als Zeichen gegen Hass, Gewalt und Ausgrenzung. Foto: Oliver Werner

Am Freitag (2.9.) soll es um 18 Uhr vor dem Rathaus am Prinzipalmarkt eine Kundgebung der queeren Vereine der Stadt gegen Hassgewalt an queeren Menschen geben.

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