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Attacke am Rande des CSD

Maltes tragischer Tod löst tiefe Trauer aus

Münster

Für den 25-jährigen Malte endete der Besuch beim Christopher-Street-Day (CSD) in Münster tödlich. Er wurde angegriffen und erlag seinen Verletzungen. Ein Tatverdächtiger wurde nun festgenommen. Die Geschehnisse in der Zusammenfassung.

Mehrere Tausend Menschen kamen am Freitagabend auf dem Prinzipalmarkt in Münsters Innenstadt zu einer Trauerkundgebung für den verstorbenen 25-Jährigen zusammen. Foto: Matthias Ahlke

Eigentlich sollte der Christopher Street Day (CSD) in Münster am vergangenen Samstag eine friedvolle Veranstaltung werden, um für mehr Gleichberechtigung und Akzeptanz geschlechtlicher Vielfalt zu demonstrieren. Für den 25-jährigen Malte endete der Besuch tödlich. Der Transmann erlag am Freitagmorgen seinen schweren Verletzungen, nachdem er brutal zusammengeschlagen worden war. Tausende Menschen brachten am Freitagabend ihre Trauer bei einer Kundgebung und einer Schweigeminute auf Münsters Prinzipalmarkt zum Ausdruck.

Die Polizei nahm am Freitagnachmittag einen 20-jährigen Münsteraner fest, der möglicherweise für den tödlichen Angriff verantwortlich sein könnte. Neben Zeugenaussagen lagen den Ermittlern Bilder und Videomaterial von Handy- und festinstallierten Kameras vor. „Eine Polizistin, die am Hauptbahnhof im Einsatz war, hatte den Verdächtigen zufällig erkannt“, sagte Oberstaatsanwalt Dirk Ollech unserer Zeitung. Der Verdächtige habe sich bei der Festnahme nicht gewehrt. Ein Richter wird am Samstag über den beantragten Haftbefehl entscheiden. Dem mutmaßlichen Täter droht eine langjährige Haftstrafe.

Brutaler Angriff am Rande des CSD

Während es vergangenen Samstag bei der Demonstration mit 10.000 Menschen vom Aasee bis zum Hafenplatz bunt und fröhlich zuging, kam es am Rande zu dem brutalen Übergriff. Nach Angaben der Polizei hatte ein Tatverdächtiger mehrere Versammlungsteilnehmerinnen beleidigt und beschimpft. Das spätere Opfer habe das gehört und den Mann gebeten, die Beleidigungen zu unterlassen, berichtet die Polizei. Auf diese Schlichtungsbemühungen habe der Täter mit einer Attacke auf den 25-Jährigen reagiert: Beim ersten Schlag ins Gesicht verlor dieser das Gleichgewicht. Beim zweiten Schlag ins Gesicht verlor er laut Polizei das Bewusstsein und schlug mit dem Hinterkopf auf den Asphalt.

Der Tatverdächtige flüchtete im Anschluss mit einem Begleiter. Die Polizei, die gegen den zweiten Mann bislang nicht fahndet, hat eine Mordkommission gebildet, die wegen des Verdachts auf Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt.

NRW-Ministerpräsident: „Zutiefst erschüttert“

Der Tod des jungen Mannes löste tiefe Bestürzung aus. Hendrik Wüst, Ministerpräsident von NRW, twitterte, dass er „zutiefst erschüttert“ sei. Weiter betonte Wüst bei dem Kurznachrichtendienst, dass jemand, der Zivilcourage zeige, die Werte und Normen, die das Fundament einer freiheitlich demokratischen Gesellschaft bilden würden, schütze.

NRW-Gleichstellungsministerin Josefine Paul sprach ebenso wie die Bundesvorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, Familie und Freunden ihr Mitgefühl aus.

Bischof Felix Genn

Bischof Felix Genn hob hervor: „Wir dürfen nicht bei der Trauer stehen bleiben. Wir müssen laut unsere Stimme gegen alle erheben, die andere wegen ihrer sexuellen Orientierung, ihrer geschlechtlichen Identität, ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe oder ihrer Religionszugehörigkeit nicht tolerieren, beschimpfen, verbal oder tätlich angreifen.“ Intoleranz, Ausgrenzung und Hass dürften in unserer Gesellschaft keinen Platz haben, so der Bischof.

Oberbürgermeister Markus Lewe betonte, dass Münsters Stadtgesellschaft weltoffen und tolerant sei und weiter dafür kämpfen werde, „ein sicherer Ort für marginalisierte Menschen zu sein“.

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