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Erzbischof Erwin Josef Ender bestattet

Dank an einen Brückenbauer

Münster/Lüdinghausen

Der Erzbischof und langjährige päpstliche Nuntius Dr. Erwin Josef Ender ist am Samstag im Paulus-Dom in Münster zur letzten Ruhe geleitet worden. Ender war am 19. Dezember in Rom im Alter von 85 Jahren gestorben.

-pbm/loy-

Für den verstorbenen Erzbischof und früheren Papstbotschafter Dr. Erwin Josef Ender feierte Münsters Bischof Dr. Felix Genn ein Requiem im St.-Paulus-Dom.Ender wurde anschließend auf dem Domherrenfriedhof bestattet. Foto: Niewöhner/pbm

Priester, Erzbischof, Vatikandiplomat und somit Brückenbauer zwischen den Völkern: In Dankbarkeit für diesen Dienst hat Bischof Dr. Felix Genn am Samstag das Requiem für den verstorbenen Erzbischof Dr. Erwin Josef Ender im St.-Paulus-Dom gefeiert. Ender, der mit seiner Familie nach Ende des Zweiten Weltkriegs aus der Grafschaft Glatz in Schlesien vertrieben worden war und danach in Lüdinghausen seine Jugend verbrachte, hatte zu Lebzeiten den Wunsch geäußert, in Münster beerdigt zu werden. Der 85-Jährige, der von 2003 bis 2007 Apostolischer Nuntius in Deutschland war, fand nun seine letzte Ruhestätte auf dem Domherrenfriedhof. Ender war am 19. Dezember in Rom gestorben.

„Sein Lebensziel war es, das Werk Gottes zu tun, Gott in seinem Leben wirken zu lassen“, ging Bischof Genn in seiner Predigt auf das Wirken des Verstorbenen ein. Dabei habe Ender sich immer als Werkzeug Christi verstanden. „Der innere Antrieb, Menschen für Christus zu gewinnen, blieb bei ihm bis zuletzt lebendig“, betonte der Bischof.

Versöhnung gestiftet

Sein Dienst als Apostolischer Nuntius in den ehemals kommunistischen Ländern des Baltikums und in Tschechien habe geholfen, Versöhnung zu stiften, hob Bischof Genn in diesem Zusammenhang die tiefe Verbundenheit Enders mit seiner Glatzer Heimat hervor. Diese habe durch seine Sendung als Nuntius in Prag noch einmal eine besondere Akzentuierung bekommen.

Zum Seelenamt in Münster war übrigens auch der Heimatpfarrer aus Enders Geburtsort angereist. Das Münsterland war für Erwin Ender nach der Vertreibung zur zweiten Heimat geworden.

Beisetzung auf dem Domherrenfriedhof

Viele Familienangehörige aus Lüdinghausen waren zur Beisetzung nach Münster gekommen. Den Dank des vatikanischen Kardinalstaatssekretärs für Enders Lebenswerk überbrachte der Papstbotschafter in Deutschland, Nikola Eterovic. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, ließ durch Bischof Genn das Wirken des Verstorbenen als Diplomat in Deutschland würdigen: „Deutscher Nuntius in Deutschland zu sein, war ihm eine Ehre, die er gerne und mit Liebe ausgefüllt hat.“ Nach dem Requiem und der Einsegnung des Sarges zog die Trauergemeinde auf den Domherrenfriedhof, wo Erzbischof Erwin Josef Ender beigesetzt wurde.

Ender stammte aus Steingrund in der Grafschaft Glatz, wo er 1937 geboren wurde. Er wurde mit seiner Familie aus der Heimat vertrieben und wuchs in Lüdinghausen auf. Nach dem Theologie-Studium in Rom wurde er 1965 zum Priester für das Bistum Münster geweiht. 1970 trat er in den Diplomatischen Dienst des Vatikan ein. Er war zunächst im Sudan und in Somalia, in den baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland sowie in Tschechien tätig. Von 2003 bis 2007 wirkte er als Nuntius in Deutschland.

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