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Manfred Döpper leitet ADFC in der Region

„Das Fahrrad ist ein Riesenthema“

Münster

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club ist mit bundesweit rund 200 000 Mitgliedern die größte Radler-Lobby der Welt. Und auch in Münster ein geschätzter Ansprechpartner bei Fragen ums Zweirad. Aber nicht nur das.

Von Dirk Anger

Vorsitzender beim ADFC Münsterland, Manfred Döpper (l.), und Vorstandsmitglied Peter Wolter Foto: Dirk Anger

Fahrrad fahren liegt voll im Trend – und hat durch die Corona-Krise wohl einen weiteren Schub erfahren. Schließlich ist das Radeln an der frischen Luft in den zurückliegenden Monaten eine der wenigen sportlichen Betätigungen gewesen, die keinen nennenswerten Einschränkungen unterlag.

Dieses gestiegene Interesse spürt man auch im Kreisverband Münsterland des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), der die Kreise Coesfeld, Steinfurt, Borken und Warendorf sowie die Stadt Münster umfasst. 4600 Mitglieder in dieser Region gehören nach ADFC-Angaben inzwischen dem Lobbyverband der Pedaleure an, allein rund 1500 davon sind es in Münster.

28 Ortsgruppen im Münsterland

In den vergangenen zwei Jahrzehnten kam der Vorsitzende immer aus der Domstadt. Doch das ist seit diesem Jahr anders: Denn Manfred Döpper, begeisterter Radfahrer aus Lüdinghausen, hat die Nachfolge von Andreas K. Bittner angetreten, der in den vergangenen vier Jahren dem ADFC im Münsterland vorstand. Der 68-Jährige hat in der Steverstadt unter anderem als Tourenleiter über viele Jahre gut besuchte Feierabend-Ausflüge organisiert.

Diesen Schwung bringt der neue ADFC-Chef, der als früherer Geschäftsführer zweier Firmen viel unternehmerische Erfahrung gesammelt hat, mit an die Dortmunder Straße. Dort im Hansaviertel hat der Kreisverband in einem ehemaligen Ladenlokal sein Büro. „Mir ist wichtig, dass wir in den Ortsgruppen mehr schaffen“, sagt Döpper. Er setzt auf die Aktivitäten vor Ort. Schließlich gebe es im Kreisverband insgesamt 28 Ortsgruppen.

Als Ansprechpartner geschätzt

Was Döpper freut: Wenn es um den Radverkehr in Münster geht, werde der ADFC angesprochen. „Wir stehen in Kontakt mit dem Radbüro der Stadt.“ Eine solche Entwicklung sei inzwischen auch in anderen Städten zu verzeichnen. „Das fängt jetzt an.“

Rund zehn Prozent der Mitglieder, so schätzt Peter Wolter, Urgestein im ADFC-Vorstand, seien besonders verkehrspolitisch interessiert. Denn etwa die Frage, wie ein Radweg aussehe, sei eine politische „wie alles, was draußen ist“. Zugleich beklagt er, dass sich Münster auf seinen Lorbeeren ausruhe. „Dabei waren die Vorzeichen noch nie so gut wie jetzt“, ergänzt Döpper unter Verweis auf Klimadebatte und Verkehrswende. „Das Fahrrad ist ein Riesenthema in vielen Bereichen.“

Ablehnung gegenüber Flyover

Mit den jüngsten Vorschlägen der Stadt für einen Fahrradüberwurf, den „Flyover Aegidiitor“, konnte sich der ADFC gleichwohl nicht richtig anfreunden. Große Maßnahme mit überschaubarer Wirkung, so die Einschätzung der Fahrradlobbyisten.

Im Vorstand des ADFC Münsterland ist Münster übrigens weiter stark vertreten: Die zweite Vorsitzende Birgitt Oeser sowie Schatzmeister Jürgen Hupe kommen aus der Domstadt.

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