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Britische Armee in Münster

Das große Erbe der „Rhine Army“

Münster

Die britische Armee ist aus Münster abgezogen – aber viele Gebäude künden von ihrer über 70 Jahre währenden Präsenz in Münster. Ein Themen-Tag der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Universität Münster öffnete den Blick auf die Zeugnisse der Briten.

Claus Röttig

Dudelsack-Musik gehörte zur Präsenz der britischen Armee in Münster. Beim Themennachmittag in den ehemaligen Kasernengebäuden wurde live gespielt. Foto: Matthias Ahlke

Sie gehörten fast 70 Jahre lang zu Münster: die britischen Soldaten. Viele erinnern sich noch an die Panzer auf den Straßen oder an den großen Empfang zum Abschied auf dem Prinzipalmarkt. Die Briten haben weit mehr in Münster hinterlassen als die beiden großen Kasernen in Gremmendorf und Gievenbeck.

Mit dem Erbe der „Rhine Army“ beschäftigen sich auch Wissenschaftler der Universität; nun gab es einen Thementag unter der Überschrift „Briten im Münsterland“. In der Friedenskapelle auf Loddenheide, der ehemaligen Kirche der Garnison, empfingen Wissenschaftler der Arbeitsstelle Forschungstransfer und Englandfreunde im Rahmen des Projektes „Fremder Nachbar – Leben im Kalten Krieg im Münsterland“ die Gäste. Einer der Gastgeber war der britische Generalkonsul Rafe Courage aus Düsseldorf. Er betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Münster, Nordrhein-Westfalen und dem Königreich. „Unsere Länder vereint eine gemeinsame Geschichte.“ Aus den ehemaligen Besatzern seien mittlerweile Freunde geworden. „Auch wenn die Soldaten abgezogen sind, so bleibt doch das Vermächtnis. Denn wir sind Teil der gemeinsamen Geschichte.“

Dr. Wilhelm Bauhus von der Arbeitsstelle Forschungstransfer freute sich über die gelungene Ausstellung: „Es lohnt sich einfach, noch einmal genau hinzuschauen.“ Denn kaum jemand könne sich noch vorstellen, welche Dimensionen die britische Präsenz hatte. „Loddenheide war komplett Militärgebiet, aber auch die Speicherstadt im Coerde gehörte beispielsweise dazu.“ Man vergesse so etwas zu schnell. Die Zivilangestellten, die Familien – sie waren ein Teil der Stadt. „Außerdem fand eine Konversion vom Kasernengelände zu einem wunderbaren Indus­triegebiet statt.“

Um sich selber ein Bild von den Hinterlassenschaften zu machen, durften die Gäste unter der Führung von Oberst Simon Hirst dann zahlreiche Orte mit dem Doppeldeckerbus anfahren. Eines der Ziele war beispielsweise die York-Kaserne, aber auch das Atomwaffenlager zwischen Telgte und Ostbevern.

„Es reizt einfach, die vielen unbekannten kleinen Teile zusammenzutragen, um sich ein Bild von den Briten zu machen“, so Bauhus. Denn vieles sei noch unbekannt, gebe sicher Stoff für viele Jahre Forschung.

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