1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. „Das Kabinett der Normativen“

  6. >

Theater Cactus in der Titanick-Halle

„Das Kabinett der Normativen“

Münster

In der Produktion „Das Kabinett des Normativen“ vom Jugendtheater Cactus geht es um Geschlecht und Identität. Die Premiere regte zum Nachdenken an - durch viele kreative Einfälle.

Von Helmut Jasny

Das Theater Cactus präsentiert das „Kabinett des Normativen“ am Hawerkamp. Foto: Ralf Emmerich

Cis oder queer? LGBTQ oder schlicht hetero? Es ist nicht ganz einfach, sich im Dschungel der Geschlechter zurechtzufinden. Oder im Dschungel der Begriffe, die in den letzten Jahren daraus hervor geschossen sind. Eine kleine Orientierungshilfe hat das Jugendtheater Cactus jetzt auf die Bühne gestellt.

In seiner Produktion „Das Kabinett des Normativen“ geht es um Geschlecht und Identität, um biologische Disposition und gesellschaftliche Konstruktion. Am Mittwoch war Premiere in der Titanick-Halle am Hawerkamp. Einen scharfen Gender-Diskurs gab es nicht. Wer sich eine Auseinandersetzung auf der Basis von Tanz und Spiel erhoffte, war im richtigen Stück.

Sechsköpfiges Ensemble

Unter der Regie von Sarah Giese ist ein sechsköpfiges Ensemble am Start, das eine Gangart vorlegt, die irgendwo zwischen Stummfilm und Commedia dell‘arte angesiedelt ist. Putzig in Rosa und Himmelblau gekleidet, bewegen sich die Darsteller über die Bühne, alles fein abgezirkelt nach der Choreografie von Sabeth Dannenberg. Ein getanztes Golfturnier kriegt das Publikum zu sehen, später einen Kreißsaal, in dem jeder der Beteiligten – Junge wie Mädchen – einen Golfschläger gebiert, der sich später in einen Rasierapparat für die Ganzkörperrasur verwandelt.

Dialoge gab es bis dahin nicht gar zu viele. Das Verbale ist dem zweiten Teil der 70-minütigen Aufführung vorbehalten. Darin werden zwei Transvestiten aus dem viktorianischen England vorgestellt, die man erst verhaftet und dann wieder frei lässt, weil selbst die Mutter nichts dabei findet.

Die nächsten Vorstellungen sind geplant für den 11. September um 15 Uhr, den 12. September um 18 Uhr und den 13. September um 20 Uhr in der Titanick-Halle am Hawerkamp.

Startseite