1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. „Das Krippenkind ist Gottes Markenzeichen“

  6. >

Weihnachtsgottesdienste in den evangelischen Kirchen

„Das Krippenkind ist Gottes Markenzeichen“

Münster

Lässt sich mitten in der Krise Weihnachten feiern? Gerade dann! Das ist das beherrschende Thema der Weihnachtspredigten in den evangelischen Kirchen der Stadt.

In der Apostelkirche führten Kinder der Gemeinde an Heiligabend ein Krippenspiel auf. Foto: Oliver Werner

In festlichen Gottesdiensten an Heiligabend und an den Weihnachtsfeiertagen erinnerten die evangelischen Kirchengemeinden Münsters an die Weihnachtsbotschaft von der Nähe Gottes zu den Menschen, die gerade in der aktuellen Zeit Trost, Kraft und Hoffnung spenden kann.

Das diesjährige Weihnachtsfest sei ein Weihnachtsfest „in unruhigen Zeiten“, bekannte Superintendent Holger Erdmann zu Beginn seiner Predigt an Heiligabend in der Trinitatiskirche. „Das Krippenkind ist Gottes Markenzeichen, seine Garantie für uns Menschen: Ja! Heute komme ich euch ganz nah!“, betonte Erdmann.

Wer darauf vertraue, dass Gott „in Wirklichkeit immer schon auf dem Weg zu uns ist“, der könne erleben, „dass Angst und Not sich unter dem Einfluss dieses Kindes verändern können und nicht alles beim Alten bleiben muss.“

Weihnachten als Gegenentwurf

Auch Pfarrer Dr. Christoph Nooke unterstrich in der Christvesper in der Apostelkirche die weltverändernde Bedeutung von Weihnachten. Die biblischen Texte würden zeigen, dass Weihnachten den „Gegenentwurf gegen die Realität“ darstelle: „Statt eines mächtigen Herrschers kommt ein kleines Kind zur Welt; statt der stampfenden Kriegsstiefel kommt Gott zu uns mit strampelnden Kinderfüßen.“ Weihnachten sei ein Ereignis im Alltag – und der sei „damals wie heute kein puderbezuckerter, sondern ein teils harter, teils trauriger, teils fröhlicher, teils herausfordernder“. Weihnachten wirke nicht in einem Winterwunderland, sondern in der Wirklichkeit.

Pfarrer Frank Winkelmeyer legte die weltverändernde Weihnachtsbotschaft in seiner Predigt an Heiligabend in der Epiphaniaskirche als „Zeitenwende besonderer Art“ aus. „Was immer uns Angst macht – die Weihnachtsgeschichte erzählt, dass es da noch etwas ganz anderes gibt, was nicht wegzukriegen ist“, verkündete er hoffnungsvoll.

„Wir feiern nicht uns, sondern Gott“

In der Christvesper in der Matthäuskirche betonte Pfarrer Volker Roggenkamp die an Weihnachten erfahrbar werdende Zuwendung Gottes zu den Menschen: „An Weihnachten feiern wir nicht unsere Aktivität. Wir feiern Gott.“

Im Kantatengottesdienst am zweiten Weihnachtsfeiertag erklang in der Apostelkirche die Kantate „Und es waren Hirten auf dem Felde“ aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. Mit der Kantorei und dem Kammerorchester an der Apostelkirche musizierten Margrit Rieger (Sopran), Judith Gennrich (Alt), Jens Krekeler (Tenor) und Eberhard Dieckmann (Bass) unter der Leitung von Kreiskantor Konrad Paul.

Startseite