Auffälligkeiten der Kriminalstatistik

Das Messer wurde in 106 Fällen gezogen

Münster

Die Kriminalität hat in Münster im vergangenen Jahr leicht zugelegt. In der Statistik 2019 gibt es Auffälligkeiten. So ist erstmals erfasst worden, wie häufig ein Messer zum Einsatz kam.

Ralf Repöhler

Foto: Colourbox.de

Die Verkehrssicherheit für Radfahrer und die Sicherheit rund um den Hauptbahnhof sind die beiden verbleibenden Behördenziele der Polizei Münster. In den vergangenen Jahren zählte dazu auch die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche, deren Anzahl ist in der Kriminalstatistik 2019 allerdings noch mal um 155 auf 323 Fälle zurückgegangen – insofern ist die Jagd auf Einbrecher weiterhin wichtig, aber kein ausgewiesener Schwerpunkt mehr.

Die neue Kriminalstatistik weist gleich mehrere Auffälligkeiten auf. So ist erstmalig erfasst, wie oft ein Messer bei einer Straftat gezogen wurde: in 106 Fällen, insbesondere bei Raubdelikten, gefährlicher Körperverletzungen und Bedrohungen. Unter den Tätern waren laut Polizeistatistik 44 ausländische Tatverdächtige, davon 20 Zuwanderer. 35 Opfer wurden leicht und acht Opfer schwer verletzt.

315 Strafverfahren

Münsters neuer Polizeipräsident Rainer Furth wies bei der Pressekonferenz zur Kriminalstatistik 2019 darauf hin, dass der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Münster im unteren zweistelligen Bereich läge. Die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen beträgt 2955 Personen. Ihr Anteil an allen ermittelten Tatverdächtigen liegt bei 35 Prozent. 513 Tatverdächtige sind als Asylbewerber registriert, das sind 17 Prozent der nichtdeutschen Tatverdächtigen. Bei 315 Personen erfolgten Strafverfahren ausschließlich wegen des Verdachts des illegalen Aufenthalts nach dem Asylverfahrensgesetz.

Die Straftaten 2019 in Münster wurden von insgesamt 8438 Tatverdächtigen begangen, davon sind 78 Prozent Männer. Die Zahl aller Tatverdächtigen unter 21 Jahren ist im Vergleich zum Jahr 2018 um 99 auf 2053 Personen gesunken. Bei den Kindern (6 bis unter 14 Jahre) stieg die Zahl der Tatverdächtigen 2019 leicht um fünf auf jetzt 278.

Gestiegene Zahl an Sexualdelikten

Gestiegen ist die Anzahl der Sexualdelikte um fünf auf 263 Fälle. Mit der Zunahme um fast zwei Prozent ist das der Höchstwert bei den Fallzahlen im Zehnjahresvergleich. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger liegt hier bei 30 Prozent.

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