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Neuer Fotoband „Fahrradkulturen in Münster“

Das muss wahre Leezen-Liebe sein

Münster

Fahrräder gibt’s, die gibt es nicht. Und ihre Besitzer sind meist genauso individuell. Monika Belting hat für ihren Bildband „Fahrradkulturen in Münster“ 13 einzigartige Mensch-Fahrrad-Paare zum Fotoshooting gebeten . 

Lukas Speckmann

Wahre Liebe: Der Sammler und seine französische Freundin, eine echte „Caminargent“ von 1941 Foto: Monika Belting

Der Mann ist Sammler. In seinem Keller stehen Dutzende wunderschöner alter Fahrräder, liebevoll restauriert – aber nur eines sprang der Fotografin Monika Belting sofort ins Auge: „Das Fahrrad nimmst du!“ Ein französisches Rennrad, Baujahr 1941, eine silberglänzende „Caminargent“ mit nahtlos gezogenen oktogonalen Dural-Aluminiumrohren . . .

Wie ein frisch verliebtes Paar

Der Sammler und sein Schätzchen – sie wurden von Monika Belting zum Fotoshooting auf ein abgelegenen Eisenbahngleis gebeten. Das hinreißend elegante Rennrad im Profil, der stolze Eigner direkt von vorn: Beide machen den Eindruck eines frisch verliebten Paars wenige Tage nach dem ersten Date. Monika Beltings Kamera hat genau ins Schwarze getroffen.

Genau darum geht es in dem neuen Fotobuch „Fahrradkulturen in Münster“ von Monika Belting, das im Aschendorff-Verlag erschienen ist: besondere Menschen und besondere Fahrräder gemeinsam in Szene zu setzen. So sind 13 Doppelporträts entstanden, die zusammen ein sehr typisches Bild der Stadt und ihrer fahrradvernarrten Bewohner ergeben. Mensch und Fahrrad treten dabei gleichberechtigt in Erscheinung.

Monika Belting

Begonnen hat es als Schuss ins Blaue: 2018 wandte sich Monika Belting an mehrere Fahrradhändler und an den Verein Leezenkultur auf der Suche nach geeigneten Fotomodellen. In der Szene kennt man sich, und so ergab ein Kontakt den nächsten. Innerhalb eines Jahres waren die Bilder beisammen.

Ein Fahrrad so cool wie sein Fahrer

Unglaublich, was an ungewöhnlichen Fahrrädern in Münsters Kellern steht: Ein Transition Bike „Klunker“, das an die Anfänge des Mountainbikes erinnert. Ein turmhohes „Pedersen“, dessen Sattel wie eine Hängematte wirkt. Ein „Miele“ von 1958, an dem selbst die Filzdichtung der Vorderradnabe noch aus der Ursprungsfabrik in Gütersloh stammt.

Wahre Männerfreundschaft: Alexander Dahlhaus und sein „Miele Original“ vor dem Dom Foto: Monika Belting

Aber auch ein nagelneues Edel-Stadtrad münsterischer Fertigung. Oder ein E-Bike mit monströsen Motorradreifen, das fast genauso cool ist wie der Bart seines Fahrers. Die Orte der Aufnahmen wurden von den Porträtierten selbst ausgewählt – „jede Person identifiziert sich mit dem Fahrrad“, versichert Monika Belting. Die Mensch-Maschine-Beziehung sei oft emotional.

Die 13 Doppelporträts, zu denen auch viele technische Detailaufnahmen gehören, werden von fahrradtypischen Stadtansichten ergänzt.

Monika Belting: Fahrradkulturen in Münster. Von Freigeistern, Individualisten und Enthusiasten. Aschendorff-Verlag, 19,80 Euro.

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