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Kostenlose Führungen auf Englisch, Niederländisch und Spanisch 

Den Dom in der eigenen Muttersprache entdecken

Münster

Die drei Studierenden Estrella Garcia, Pleun Bruinewoud und Peter York sind eigentlich selbst Touristen und lernen gerade intensiv die Stadt Münster kennen. Hauptgrund für ihren Aufenthalt ist allerdings die andere Perspektive: Das Trio führt fremdsprachige Besucher durch den St.-Paulus-Dom.

Pleun Bruinewoud aus den Niederlanden, Peter York aus England und Estrella Garcia aus Spanien (v.l.) führen in ihrer Muttersprache kostenlos durch den St.-Paulus-Dom. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

Wer in diesen Tagen aus den Niederlanden oder spanisch- beziehungsweise englischsprachigen Ländern zu Gast in Münster ist und den St.-Paulus-Dom besucht, hat Glück: Estrella Garcia aus Spanien, Pleun Bruinewoud aus den Niederlanden und Peter York aus England führen Touristinnen und Touristen in ihrer jeweiligen Muttersprache durch die Kathedrale.

Zum ersten Mal nehmen die drei Studierenden am Projekt der ökumenischen Organisation ARC Deutschland teil, die Abkürzung steht für „Accueil“ (Empfang), „Rencontre“ (Begegnung) und „Communauté“ (Gemeinschaft). Der Verein organisiert in den Sommermonaten unter dem Motto „Steine zum Sprechen bringen“ Führungen in mehreren europäischen Kathedralen, darunter Münster, wie das Bistum mitteilt.

Fahrräder beeindrucken

„Die Stadt ist wunderschön“, sind sich Peter York und Estrella Garcia einig. Besonders beeindruckt ist die Spanierin von den vielen Fahrrädern. „Sie sind überall in der Stadt“, hat die 18-Jährige schon festgestellt.

Pleun Bruinewoud dagegen ist nicht zum ersten Mal in der Domstadt. „Meine Schwester studiert seit ein paar Monaten hier“, berichtet die 22-Jährige. Erst habe sie gedacht, dass Münster eine sehr alte Stadt sei. „Aber das trifft nur auf einen Großteil der Gebäude zu, durch die vielen Studierenden ist Münster eine sehr junge Stadt, diese Mischung gefällt mir“, sagt sie.

Schulung zur Kunst- und Baugeschichte des Doms

Zu Beginn ihres Aufenthaltes wurden die drei geschult und erhielten in einer Führung Einblicke in die Kunst- und Baugeschichte des Doms. Die filigrane Kunst im Sandstein und in den Fenstern hat es Estrella Gracia besonders angetan, Peter York dagegen ist von der astronomischen Uhr fasziniert. „So eine Uhr ist wirklich selten, man kann viel von ihr ablesen“, hat der 21-Jährige bereits herausgefunden.

Pleun Bruinewoud hat sich vor allem über den früheren Münsteraner Bischof Kardinal Clemens August von Galen informiert, dessen Grab sich im Dom befindet. „Er hat mutige Predigten im Nationalsozialismus gehalten, ich finde es gut, dass hier so prominent an ihn und sein Wirken erinnert wird“, findet die Niederländerin.

Vorwissen der Besucher bestimmt Führung

Noch bis zum 27. August (Samstag) begrüßen die drei Studierenden Besucher aus verschiedenen Ländern im Paradiesportal am Eingang des Domes und begleiten sie, sofern erwünscht, durch den Dom.

Was sie den Gästen Wissenswertes erzählen, hängt vom Vorwissen der Besucher ab. „Ich habe ein Ehepaar aus den Niederlanden herumgeführt, das schon viel wusste, weil der Mann Historiker war. Aber ich konnte ihnen trotzdem noch etwas Neues erzählen“, freut sich Pleun Bruinewoud.

Pleun Bruinewoud

Bereits in den ersten Tagen stieß das Angebot des ARC Deutschland auf reges Interesse: „Draußen ist es sehr heiß und die Menschen flüchten in die angenehm kühle Kirche“, weiß die 22-Jährige.

Die drei Studierenden sind während ihres Aufenthaltes im Priesterseminar Borromaeum untergebracht. „Wir fühlen uns sehr wohl und es wird sich gut um uns gekümmert“, sagt Esterella Gracia. Besonders genießen sie die Gesellschaft und den Austausch mit den anderen Bewohnerinnen und Bewohnern.

Segeln und Museumsbesuche

Die Zeit außerhalb der Führungen nutzen sie für Aktivitäten: „Wir versuchen, so viel wie möglich zu sehen und zu erleben“, sagt Pleun Bruinewoud. So waren sie schon am Aasee und werden dort noch segeln, Besuche im Picassomuseum und im LWL-Museum stehen noch an, außerdem mit dem Fahrrad ins Umland fahren und natürlich Eis essen.

Eine kostenlose Führung dauert etwa 30 Minuten und kann montags bis samstags zwischen 10 und 12 Uhr sowie zwischen 14 und 17 Uhr in Anspruch genommen werden.

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