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Stadt setzt Konzept um

Denkanstöße und Infotafeln für die Kriegerdenkmäler

Münster

Die Stadt setzt ihr 2020 beschlossenes Konzept zum künftigen Umgang mit Kriegerdenkmälern um. Eine Publikation ist erschienen. Demnächst folgen Info-Tafeln. Dieser Ansatz scheint indes nicht jeden in Münster zufrieden zu stellen.

Martin Kalitschke

Das Kürassierdenkmal am Aegidiitor (hier eine Aufnahme aus dieser Woche), Foto: kal

Der erste Schritt ist gemacht: Ein halbes Jahr nach der Entscheidung des Rates, die rund 40 Kriegerdenkmäler an der Promenade und in Parks weder abzureißen noch auf einen „Denkmalfriedhof“ umzusetzen, sondern zu erhalten und um Informations- und Bildungsangebote zu ergänzen, ist eine Publikation des Stadtarchivs erschienen.

Sie richtet sich an Schulen und bietet Fakten, einordnende Informationen und Projektvorschläge zu den Denkmälern, die Opfer, zum Teil aber auch Täter würdigen und heute entsprechend umstritten sind. Der Band wurde in Zusammenarbeit mit dem NRW-Landesverband des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge entwickelt.

Kritische Auseinandersetzung mit den Denkmälern

Die Publikation ist einer von mehreren Bausteinen, die künftig eine kritische Auseinandersetzung mit den münsterischen Kriegerdenkmälern ermöglichen sollen. So sollen an zunächst fünf Monumenten – Train-, Dreizehner-, Kürassier-, Stalingrad- und Mauritztor-Kriegerdenkmal – kritisch-historische Informationstafeln aufgestellt werden.

Die Vorbereitungen für die Tafeln seien bereits angelaufen, ein Arbeitskreis mit Mitgliedern aus verschiedenen Ämtern habe sich gebildet, berichtet Anja Gussek, stellvertretende Leiterin des Stadtarchivs. Für die Gestaltung soll ein Wettbewerb ausgelobt werden – doch der stehe angesichts der Corona-Lage aktuell unter Finanzierungsvorbehalt.

Anzeige wegen Graffiti

Zum Erinnerungspaket gehört außerdem, zur Hervorhebung des Traindenkmals, das sich unweit des Ludgerikreisels befindet und an die gefallenen Soldaten des gleichnamigen Regiments erinnert, eine Gedenktafel des Arbeitskreises Afrika (Akafrik) von 1984 zu verlegen.

Allein mit Publikationen und Informationstafeln scheint es bei manchen allerdings nicht getan zu sein. In dieser Woche ist, wieder einmal, eines der Kriegerdenkmäler mit Graffiti besprüht worden. „Mörder“ ist auf dem Monument zu lesen, außerdem ein Zitat von Rosa Luxemburg, auch Hammer und Sichel wurden angebracht. Wie bei – so die Stadt – illegalen Graffiti an städtischen Objekten üblich, werde sie Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung erstatten. Außerdem werde das Amt für Immobilienmanagement die Graffiti innerhalb der kommenden ein bis zwei Wochen entfernen. Handele es sich bei Graffiti um radikale oder Personen beleidigende Symbole oder Texte, so würden diese kurzfristig, meist innerhalb von 24 Stunden, beseitigt, so die Stadt weiter.

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