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Lautstarke Kundgebung im Friedenspark

Der Bass gegen den Hass

Münster

Es gibt derzeit eine Reihe von Friedenskundgebungen, doch die Veranstaltung, die das Dub Sound-System „Roots­plague“ am Samstag im Friedenspark organisierte, war ziemlich einzigartig.

Von Björn Meyer

Zwei Besucher brauchen keine Worte, um zu zeigen, unter welchem Motto die Veranstaltung im Friedenspark steht. Foto: Björn Meyer

Um kurz nach 14 Uhr hängt Raphael Vennemann im Friedenspark in Gremmendorf die letzte Fahne an den Boxenturm. „Pray for Peace, act for Peace“ steht darauf, also „bete für Frieden, handel für den Frieden“. Und genau das wollte Vennemann gerne nicht alleine machen. Gesagt, getan – unter dem Motto „Bass gegen Hass“ hat er mit dem Dub Sound-System „Roots­plague“ aus Münster zu der Friedenskundgebung eingeladen, bei der für die „Aktion Kleiner Prinz“ gesammelt wird, die sich derzeit für ukra­inische Flüchtlinge einsetzt.

„Ich denke, es werden schon 200 Leute kommen“, sagt Vennemann, als er von dem Boxenturm heruntergeklettert ist. Eine gute Stunde später ist diese Zahl pulverisiert. Mindestens die doppelte Anzahl Menschen tanzt um 15.30 Uhr zu lauter Reggae-Musik auf ihren Campingdecken oder genießt sitzend ganz einfach das gute Wetter. Kinder laufen umher, ein Hund apportiert immer wieder einen Stock, die Stimmung ist irgendwo zwischen gemütlich und ausgelassen. Etwas abseits des Geschehens steht das Online-Radio „MünsterStream“ und überträgt stundenlang unter anderem mit Dr. Ring Ding, Münsters lebender Reggae-Legende, von der Veranstaltung.

Musik bringt Menschen im Friedenspark zusammen

Das Zeichen indes, das Vennemann an diesem Tag mit der Aktion setzen will – es ist ein eindrucksvolles. Findet auch Gast Sven Hintemann, der mit seiner siebenjährigen Tochter in den Friedenspark gekommen ist: „Die Musik bringt die Menschen zusammen“, sagt der gebürtige Münsteraner, als er seinen Blick über den Friedenspark schweifen lässt.

Dass es ein schmaler Grat ist, die Solidarität mit den Menschen in der Ukraine zu zeigen und gleichzeitig selber Spaß zu haben, ist dem Veranstalter derweil wohl bewusst. Doch sich mal für ein paar Stunden auch schöne Gedanken zu machen, genau das sei eben eines der Ziele von „Bass gegen Hass“, so Vennemann. Die anderen Ziele aber vergisst er trotz aller guten Laune nicht. Durch das Mikro schallt mehrfach der Hinweis auf die Spendenbox. Dann ertönt wieder der Bass gegen den Hass.

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