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Verkehrswende

Der Bus kommt auf Bestellung

Münster

Wenn der Bus den Fahrgast an der Haustür abholt... – diese Vorstellung könnte alsbald Wirklichkeit werden. Die Stadtwerke bereiten für den münsterischen Stadtteil Hiltrup ein Pilotprojekt vor.

Dirk Anger

Kleinbusse sind schon im Einsatz: Künftig könnten sie Fahrgäste zu Hause abholen und zu Zielen im Stadtteil bringen. Foto: Stadtwerke

Die Stadtwerke basteln am Busverkehr der Zukunft. Und setzen dabei voll auf die Karte Digitalisierung. Schon alsbald könnten Münsteraner per Smartphone den Bus direkt nach Hause bestellen, so die Idee. Hinter den Kulissen arbeiten die Verkehrsplaner nach Informationen unserer Zeitung bereits an einem Pilotprojekt für ein Rufbus- oder neudeutsch On-demand-System. Dabei holen Kleinbusse mit bis zu acht Plätzen den Kunden nach Bestellung an der Haustür oder der nächsten Ecke ab und chauffieren ihn zum gewünschten Ziel im Stadtteil. Intelligente Software steuert im Hintergrund Kundenwünsche und Fahrtrouten.

Projekt könnte am 1. Januar 2019 starten

Die Pläne für einen entsprechenden Versuchsbetrieb, der bis zu drei Jahre laufen könnte, sind offenbar schon sehr weit gediehen. Bereits zum 1. Januar 2019 könnte ein solches Pilotprojekt starten, heißt es in Stadtwerke-Kreisen. Voraussetzung dafür ist aber ein entsprechendes Votum des Stadtrates.

Das Versuchsgebiet gilt unterdessen bereits als ausgemacht: Das Rufbussystem soll im Stadtteil Hiltrup ausprobiert werden. Dort herrscht schon jetzt ein hohes Fahrtgastaufkommen. In einem zweiten Schritt wäre eine Ausdehnung auf die benachbarten Ortsteile Wolbeck und Amelsbüren möglich. Deutschlandweit, so ist zu hören, gebe es noch kein in diesem Stil vergleichbares Projekt. Deshalb will man das Vorhaben in Münster wissenschaftlich begleiten und auswerten lassen.

Notwendige Veränderungen beim Bussystem der Zukunft

Hintergrund für die aktuellen Stadtwerke-Pläne sind notwendige Veränderungen beim Bussystem der Zukunft, um die Mobilität in der wachsenden Stadt sicherzustellen. Den Plänen zufolge werden in nicht allzu ferner Zeit sogenannte Metrobusse auf den großen Verkehrsachsen und Einfallstraßen wie beispielsweise Weseler Straße, Albersloher Weg, Hammer, Steinfurter und Grevener Straße verkehren.

Sie werden die Außenstadtteile mit der Innenstadt verbinden. Die Metrobusse sollen weitgehend auf eigenen Trassen mit gesteuerten Ampelschaltungen und bestenfalls im Fünf-Minuten-Takt unterwegs sein. Dahinter steckt das Ziel, die Geschwindigkeit des Busverkehrs auf den viel genutzten Routen zu erhöhen und damit die Attraktivität des Angebots zu steigern, heißt es. Aktuell liegt die Durchschnittsgeschwindigkeit bei rund 16 Stundenkilometern, angepeilt werden 25km/h.

In den Stadtteilen sollen den Plänen zufolge dann Kleinbusse für die wohnortnahen Fahrten verkehren. So wie im geplanten Pilotgebiet Hiltrup, wo zehn kleinere Fahrzeuge im Alltagsverkehr benötigt würden. Wer Richtung Innenstadt möchte, kann dann an den Haltestellen der Metro-Busse umsteigen.

Bei einem erfolgversprechenden Probelauf könnten nach und nach alle großen Stadtquartiere umgestellt werden. Die Förderkulisse für ein solches Projekt gilt auf Bundes- und Landesebene aktuell als gut. Nicht zuletzt deshalb sind die Stadtwerke als Hauptbetreiber des Nahverkehrs an der Umsetzung interessiert.

Mit der App zum Ziel

Ein Kleinbussystem auf Stadtteilebene, das Kunden vor der Haustür abholt, basiert auf intelligenter Computersteuerung. Eine Kunden-App soll die Bestellung einfach machen, im Hintergrund werden die Routen zusammengestellt und auf die Fahrer-App aufgespielt. Vom Fahrtwunsch bis zur Abholung soll es nicht länger als 20 Minuten dauern. Die Fahrt selbst wird etwas langsamer sein als mit dem Auto, weil unterschiedliche Fahrtwünsche kombiniert werden.

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