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Führungen und Fragestunden

„Tag der offenen Moschee“ soll Brücken bauen und Integrationsarbeit leisten

Münster

Der „Tag der offenen Moschee“ baut auf Verständigung und soll zu einem besseren Verständnis des Islam beitragen. Auch in Münster wollten sich drei Moscheen für Besucherinnen und Besucher öffnen.

Von Helmut P. Etzkorn

Im Gebetsraum der Ditib-Zentralmoschee am Bremer Platz standen am Sonntag Führungen und Fragestunden im Mittelpunkt des Tags der offenen Tür. Foto: hpe

Miteinander ins Gespräch kommen, Berührungsängste und Vorurteile abbauen: Der „Tag der offenen Moschee“ gibt seit 25 Jahren Interessierten die Möglichkeit, jeweils am 3. Oktober den Islam als Teil unserer Gesellschaft näher kennenlernen zu können.

„Der Dialog mit allen Menschen ist uns wichtig. Die Moschee ist Gebetsstätte, aber auch ein Begegnungszentrum“, sagt Merve Mert, Religionsbeauftragte in der Ditib-Zentralmoschee der Türkisch-Islamischen Union am Bremer Platz.

In kleinen Gruppen führt sie am Sonntag durch den Gebetsraum unweit des Bahnhofs. Sie berichtet über die fünf Pflichtgebete am Tag und erklärt, warum der Gebetsruf nur sehr selten vom Minarett aus erfolgt und es eine Empore für Frauen gibt.

Früher waren es Hinterzimmer

Nicht nur der Koran stehe im Mittelpunkt der Vorträge von der Predigtkanzel, häufig gehe es um ganz aktuelle Themen wie Hilfsmöglichkeiten nach der Hochwasserkatastrophe und Corona. Durch Gebete, Koranlektüre und Gottesgedenken fänden Muslime Kraft und Halt auch in schweren Zeiten.

Das Motto „Moscheen, gestern und heute“ soll auch informieren über die Veränderungen in der Gesellschaft. „Die ersten Moscheen vor 50 Jahren, als die Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland kamen, waren kleine Hinterzimmer und Gebetsräume. Heute gibt es überall in Deutschland Moscheen, die auch als solche erkennbar sind“, so Mert.

Christlich-Islamischer Arbeitskreis als Veranstalter

In Münster veranstaltet der Christlich-Islamische Arbeitskreis (CIAK) in der Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen die Begegnungstreffen, am Sonntag sollten auch die As-Salam Moschee in Berg Fidel und die Arrahman-Moschee am Meßkamp offenstehen. „Mit gemeinsamen Veranstaltungen dieser Art wollen wir das Verständnis füreinander verbessern und den Dialog zwischen den Religionen fördern“, so die beiden CIAK-Sprecher Firas Barhoum und Thomas Ehrenberg.

Religion sei für Muslime immer eine Sache des Herzens und könne nicht verordnet werden, meint Mert. Als multikulturelle Gemeinde seien alle Menschen in der Stadt in der Moschee am Bahnhof und nicht nur am 3. Oktober zu Führungen und Informationstreffen immer herzlich willkommen.

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