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Als Hauptdarsteller in einem Skulptur-Projekt

Der „Elephant“ im Schlagerrausch

Münster

Für den Münsteraner Markus Sparfeldt und seine Lebensgefährtin Stefani Teumner war das Singen bis vor kurzem kaum mehr als ein gemeinsames Hobby. Nun sind die beiden die Schlager-Stars des Skulptur-Projekts in der Elephant-Lounge.

Karin Völker

Mitwirkende im und am Skulptur-Projekt von Barbara Wagner und Benjamin de Burca, das hier in der „Elephant Lounge“ von Gerald Wissel (r.) in Endlos-Schleife läuft (v.l.): Pianist Jürgen Bleibel, Tontechniker Jochen Homann, Markus Sparfeldt und Stefani Teumner mit Baby Leonardo. Foto: Karin Völker

Es ist nicht ganz übertrieben, wenn man Markus Sparfeldt als Spätberufenen bezeichnet. Seine erwiesenermaßen gute Gesangsstimme trainiert der 49 Jahre alte Münsteraner erst seit drei Jahren. Jetzt ist Sparfeldt nicht nur als Schlagersänger zumindest in Münster berühmt, er ist auch Filmstar und Kunst. Die Skulptur-Projekte sind schuld.

Wer Markus Sparfeldt und seine Lebenspartnerin Stefani Teumner (24) privat und beruflich kennenlernen will, besucht in diesem Sommer die Elephant Lounge am Roggenmarkt. Hier läuft in Endlosschleife zehn Stunden täglich der Film der Skulptur-Projekte-Künstler Barbara Wagner und Benjamin de Burca.

Beitrag über deutschen Schlager

Die Brasilianerin und der Ire wollten einen Beitrag über den deutschen Schlager machen. Markus Sparfeldt, der im Berufsalltag die Zeitschrift „Der Monat“ in Münster herausbringt, und Stefani Teumner sind darin die Stars – und das ist alles purer Zufall. Dazu beigetragen hat Gerald Wissel, er betreibt die „Elephant Lounge“ – die von den Machern der Skulptur-Projekte als Ausstellungsort schnell ausgemacht wurde.

An einem Vormittag im August sitzt das ganze Ensemble des Films in der Disco bei schummrigem Licht, auf zwei Bildschirmen flimmern Sparfeldt und Teumner als Interpreten der Songs von Udo Jürgens und Helene Fischer – und als Paar mit Kinderwagen in Münster.

Wissel kannte Sparfeldt und Teumner privat – und ihre Sangeskünste, die sie bei gelegentlichen professionellen Auftritten auf Party-Events unter Beweis gestellt hatten. Die beiden wiederum kennen Jochen Homann, der in der Sternstraße ein Tonstudio betreibt, und Homann wiederum ist ein Bekannter des Pianisten Jürgen Bleibel. In Homanns Tonstudio wurden die Songs abgemischt – und Sparfeldts Udo-Jürgens-Songs von Jürgen Bleibel am Klavier begleitet.

60 Stunden Filmmaterial

Markus Sparfeldt mag die Songs von Udo Jürgens, Stefani Teumner, die eine Gesangsausbildung absolviert hat, nicht zwingend diejenigen von Helene Fischer – aber es sollte ja um deutschen Schlager gehen, um Illusion, Romantik, und ja, es durfte auch kitschig sein. Der Schlager im Alltag und auf der Bühne, das wollten die beiden Künstler anfangs zeigen, drehten in diesem Frühjahr 60 Stunden Filmmaterial bei Sparfeldt und Teumner zu Hause, in Homanns Tonstudio mit Bleibel.

Von all dem ist im Endprodukt nichts zu sehen. „Das Skulptur-Projekt entstand in einem Prozess, dessen Ende nicht absehbar war“, sagt Sparfeldt. Über manche Entscheidung der Künstler wundert er sich, aber „wir sind stolz, unser Gesangstalent hier zeigen zu können“, sagen die beiden Stars des Films, der im März und April entstand. „Wir waren wochenlang mit den Künstlern zusammen, ich hatte gerade Zeit“, sagt Sparfeldt, der nach der Geburt des Söhnchens Elternzeit nahm.

Live-Konzert in der "Elephant Lounge"

Das Singen ist für ihn und Stefani Teumner weiter ein Hobby – aber es nimmt zunehmend Raum ein. Am Ende der Skulptur-Projekte wollen die beiden in der „Elephant Lounge“ ein Live-Konzert geben. Ihr Repertoire bei Live-Auftritten umfasst mehr als Helene Fischer und Udo Jürgens, sagt Sparfeldt.

Apropos Udo Jürgens: Er führte das Paar zusammen. Teumner war in ihrer Heimat Sachsen-Anhalt aktiv in einem Udo-Jürgens-Cover-Ensemble, und „wir brauchten einen neuen Udo Jürgens“, erinnert sie sich. Auf der Suche nach Ersatz stieß sie im Internet auf die Youtube-Videos von Markus Sparfeldt. In dem Ensemble machte Sparfeldt zwar nicht mit, aber er verliebte sich in Stefani Teumner. Und die sagt: „Ich kenne keinen besseren Udo Jürgens als ihn.“

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