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Wohnungseinbrüche in Münster

Der neue Einbrechertyp ist weiblich

Münster

Der Polizei gehen in jüngster Zeit immer häufiger weibliche Einbrecherbanden ins Netz. Meist sind es junge Frauen, die in den Häusern gleich mehrere Wohnungen aufbrechen und ansonsten ganz normal gekleidet unauffällig in den Stadtvierteln unterwegs sind.

Helmut Etzkorn

Junge Frauen sind laut Polizei aktuell in Münster häufig als Einbrecherinnen aktiv; hier ein Symbolbild.
Junge Frauen sind laut Polizei aktuell in Münster häufig als Einbrecherinnen aktiv; hier ein Symbolbild. Foto: colourbox.com

Sie sind zu zweit oder zu dritt unterwegs, tragen modische Kleidung und gehen auf den ersten Blick als Freundinnen durch, die um den Block ziehen und Spaß haben wollen. Es ist die „neue Form von Einbrechertyp“, so Polizei-Pressesprecher Roland Vorholt, die seit Wochen der Wohnungseinbruchs-Ermittlungskommission „Beis“ im Polizeipräsidium Münster viel Arbeit beschert.

Tatort Gievenbeck: Eine Frau kommt mittags vom Einkauf, erwischt zwei Einbrecherinnen in ihrer Wohnung. Die Frauen können über den Balkon flüchten.

Tatort Aaseestadt: Zwei junge Frauen fallen auf, weil sie von Haus zu Haus gehen und die Türen genauer inspizieren. Als sie angesprochen werden, sagen sie, man wolle für einen wohltätigen Zweck sammeln. Die üblichen Utensilien wie Spendenbox, Ausweis, Listen oder ein Infoblatt der entsprechenden Hilfsorganisation haben sie nicht dabei.

Tatort Diepenbrockstraße: Nach einem Einbruch in drei Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus kann ein Anwohner eine der drei jungen Einbrecherinnen festhalten. Bargeld, Schmuck und eine Uhr hat die angeblich 13-Jährige im Schlüpfer versteckt. Die Beute stammt aus Einbrücken des Frauen-Trios an Egbert- und Heis­straße.

Tatort Herwarthstraße: Zivilfahnder der Polizei erwischen zwei Einbrecherinnen auf frischer Tat. Die 16 und 32 Jahre alten Frauen aus Bochum wollen gerade Haustüren aufhebeln und können vorläufig festgenommen werden.

„Diese Frauen stammen zumeist nicht aus Münster und agieren als Teil einer organisierten Bande reisender Tätergruppen“, so der Chef der Ermittlungskommission, Bernd Restemeier. Oft kommen sie morgens mit dem Zug, Bus oder Fahrzeug an, abends verlassen sie dann die Westfalenmetropole wieder. Meist stammen sie aus Balkanländern, sagt die Polizei.

Restemeier: „Bevorzugte Beute sind Schmuck, Handys und Bargeld, die Frauen stammen oft aus den Balkanländern und halten sich über einen längeren Zeitraum in Deutschland auf.“

Das Diebesgut wird am Körper versteckt, und dort befindet sich auch das Einbruchswerkzeug. Schraubendreher werden am Unterarm unter der Jacke getragen. Oft ist es auch nur ein Plastikkärtchen, das als“ „Türöffner“ funktioniert. Vorholt: „Wenn die Bewohner tagsüber das Haus nur kurz verlassen, wird die Tür oft nicht richtig abgesperrt. Dann haben es die Einbrecherinnen leicht, Schlösser aufzubrechen.“

„Wir überprüfen alle Tatverdächtigen, können Zusammenhänge herstellen und häufig Einbrüche verhindern“, sagt Restemeier.

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