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Langes Krimi-Wochenende im Fernsehen

Deutschland schaltet Münster ein: Wilsberg, Thiel und Boerne im Einsatz

Münster

Münster ist bekanntlich Krimi-Hauptstadt. An diesem Wochenende wird es aus lokaler Sicht besonders hochhergehen im Fernsehprogramm.

Von Ralf Repöhler

Thiel (Axel Prahl, l.) und Boerne (Jan Josef Liefers) entdecken im Boniburger Wald eine Leiche. Ekki (Oliver Korittke) trifft auf seinen angeblichen Halbbruder. Foto: Grafik: Lisa Stetzkamp

Für Münsters zwielichtige Gestalten, die schon mal über den Prinzipalmarkt huschen, wird das kein gutes Wochenende: Privatdetektiv Wilsberg, Hauptkommissar Thiel und Professor Boerne ermitteln innerhalb von nur 24 Stunden ihre neuesten Kriminalfälle im Fernsehen. Das ZDF zeigt am heutigen Samstag (20.15 Uhr) die Wilsberg-Folge „Gene lügen nicht“. Die ARD strahlt am Sonntag (16. Januar, 20.15 Uhr) den Münster-Tatort „Des Teufels langer Atem“ aus.

Deutschland schaltet Münster ein: Die erfolgreichen Krimireihen kommen im Doppelpack in die Wohnzimmer. Bei beiden TV-Premieren ist mit hohen Einschaltquoten um die zehn Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer zu rechnen.

Drehs unter Corona-Bedingungen

Der neue Wilsberg und der neue Münster-Tatort sind im Frühjahr beziehungsweise Sommer 2021 gedreht worden. Unter Corona-Bedingungen, auch wenn die Pandemielage damals nicht so zugespitzt wie aktuell war. „Aufgrund der verschärften Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen wurde in möglichst großen Räumen oder eben draußen gedreht“, berichtet der verantwortliche Wilsbergs-Redakteur beim ZDF, Florian Weber. „Es war komplizierter als vor Corona, viele in unserem Team waren aber damals bereits erstgeimpft“, sagt Jutta Müller, Geschäftsführerin der Produktionsfirma Molina-Film, die den Münster-Tatort für den WDR gedreht hat.

Vor allem konnte, im Gegensatz zu vorher während der Pandemie entstandenen Folgen, wieder in Münster direkt gedreht werden. Wilsberg (Leonard Lansink), Ekki (Oliver Korittke) und Overbeck (Roland Jankowsky) ermitteln laut Weber rund um den Prinzipalmarkt, vor dem bekannten Antiquariat, der Bezirksregierung, die zu einer Bank wird, einem Brauhaus sowie in der Innenstadt.

„Postkartenansichten kommen im neuen Münster-Tatort weniger vor“, sagt dagegen Jutta Müller. Thiel (Axel Prahl) und Boerne (Jan Josef Liefers) sind im rechtsmedizinischen Institut der Uni zu sehen. Vor dem Gefängnis, am Mittelhafen und im Boniburger Wald. Dort wird eine Leiche entdeckt, die von Thiels ehemaligem Chef bei der Hamburger Mordkommission. Nanu!? Thiel selbst wacht mit Blackout in einem Hotelzimmer auf. „Boerne ist natürlich fasziniert von Thiels Amnesie und begleitet ihn bei der Spurensuche. Diesmal erzählen wir eine Thiel-Geschichte“, verrät Produzentin Müller.

Wilsberg hat einen Trend gesetzt

Prahl und Liefers standen bei den Dreharbeiten zum 40. Mal für einen Münster- Tatort vor der Kamera. An zwölf der 22 Drehtage wurde in Münster gedreht. „Natürlich hätten wir uns eine große Kinopremiere in Münster gewünscht. Aber das geht im Moment nun mal leider nicht“, bedauert Müller.

Ekki sieht sich im neuen Wilsberg durch eine innovative Ermittlungsmethode von Overbeck plötzlich mit einem angeblichen Halbbruder konfrontiert. Und dieser Halbbruder ist womöglich in einen Mordfall verwickelt. Klar, dass Wilsberg und seine Freunde diesen Fall lösen.

20 Jahre Münster-Tatort, noch länger Wilsberg (seit 1995) – wie geht‘s weiter? „Wilsberg hat einen Trend gesetzt. Die unterhaltsame Melange aus Krimi und Komödie mit zeitigen Themen und einem äußerst sympathischen Figurenensemble trifft auch heute noch den Nerv der Zeit“, sagt ZDF-Redakteur Weber. Tatort-Produzentin Müller antwortet knapp: „Ja, natürlich geht es weiter mit dem Münster-Tatort. Ich sehe weiterhin großes Potenzial.“

Allerdings nicht für gemeinsame Mordermittlungen von Wilsberg und Thiel/Boerne, die immer wieder im Gespräch sind. „Beide Filmreihen haben unterschiedliche Temperaturen. Der Humor und die Erzählweise sind anders“, bremst Müller mögliche Hoffnungen. „Geplant“, sagt Weber, „ist momentan nichts.“

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