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Maximilian Fölix (22)

Deutschlands jüngster Domküster

Münster

Rekord: Fölix ist Domküster am St.-Paulus-Dom. So weit, so normal. Doch er ist erst 22 Jahre alt – und damit der jüngste seiner Zunft in ganz Deutschland,

wn

Maximilian Fölix ist Deutschlands jüngster Domküster. Foto: Ladermann

Wenn Maximilian Fölix morgens um 6 Uhr die Tür zum noch menschenleeren St.-Paulus-Dom aufschließt, den Duft der Tannenzweige des Adventskranzes atmet und mit dem Entzünden der ersten Kerzen die Dunkelheit vertreibt, fühlt er vor allem eins: Dankbarkeit. „Ich darf meinen Glauben mit meinem Beruf verbinden.“ Fölix ist Domküster am St.-Paulus-Dom und mit 22 Jahren der jüngste in ganz Deutschland, heißt es in einer Mitteilung des Bistums.

Vor eineinhalb Jahren zog der gebürtige Mainzer wegen seiner Berufung, wie er seine Leidenschaft für das Küstern bezeichnet, aus Rheinhessen ins Münsterland – ohne einen Menschen in der Domstadt zu kennen. „Ich hatte Münster beim Katholikentag erlebt und die Stadt damals schon ins Herz geschlossen“, erinnert er sich. Dass er aber nur ein Jahr später selbst dort wohnen würde, daran hätte er nicht im Traum gedacht.

Trotz seines jungen Alters kann Maximilian Fölix schon auf eine beeindruckende Küster-Karriere zurückblicken. Bereits in der Grundschule ging er der hauptamtlichen Sakristanin in der Pfarrkirche seiner Heimat gelegentlich zur Hand. „Glocken läuten, Kerzen anzünden, Kelche säubern, das alles hat mich schon als Kind interessiert“, berichtet er. Erste Kontakte zum Team der Mainzer Domküster knüpfte Fölix über den Vater eines Schulkameraden, der als einer von drei Hauptamtlichen an der Kathedrale arbeitete. „Ich war bei der Verabschiedung und beim Requiem von Kardinal Lehmann dabei“, sagt Fölix. Nach dem Schulabschluss entschied er sich für eine Ausbildung zum Sozialassistenten – und wurde parallel hauptamtlicher Küster in seiner Heimatpfarrei.

Der Anruf seines Lebens

Der Anruf, der seinem Leben eine Wende gab, kam, als sich Fölix nur wenige Meter Luftlinie von Papst Franziskus entfernt befand. Ende November 2018 war er mit seiner Familie anlässlich der Goldhochzeit seiner Großeltern nach Rom geflogen. Auf dem Petersplatz stehend, dem Papst beim Angelus-Gebet zuwinkend, klingelte sein Handy. Einer der Mainzer Domküster habe einen Unfall gehabt und werde für mehrere Monate ausfallen. Ob er ab dem 1. Dezember – also nur einen Tag später – die Stelle als hauptamtlicher Domküster vorübergehend übernehmen wolle. Maximilian Fölix musste nicht lange überlegen: Er setzte sich in den Flieger und stand tags darauf einsatzbereit in der Sakristei.

Ein Kollege machte ihn einige Monate später auf die Ausschreibung des Bischöflichen Generalvikariats in Münster aufmerksam. Als nur einen Tag nach dem Bewerbungsgespräch die Zusage kam, wagte der Mainzer den Schritt und zog in das vier Zugstunden entfernte Münster.

St.-Paulus-Dom Münster bei Nacht Foto: Pjer Biederstädt

Für Fölix liegt der Reiz seines Berufes vor allem in der Liturgie. 365 Tage im Jahr werden im St.-Paulus-Dom Gottesdienste gefeiert. Es gibt viele Momente in seinem Küsteralltag, die den jungen Mann erfüllen: „Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn ich am Sakristeiglöckchen ziehe, der Bischof einzieht und ich die brennenden Kerzen, den Adventskranz und die Blumen sehe und weiß: Meine Kollegen und ich haben dafür gesorgt, dass im Dom diese Atmosphäre herrscht.“

Maximilian Fölix

„An Heiligabend fangen wir morgens um 6 Uhr an und bereiten noch zwei Adventsgottesdienste vor. Dann schmücken wir den Dom, gehen nach Hause, schmeißen uns in Schale und kommen wieder“, sagt Fölix. „An Weihnachten gehen nach den Gottesdiensten alle nach Hause, zurück bleiben die Küster.“

Dass Maximilian Fölix in diesem Jahr Weihnachten nicht mit seiner Familie wird feiern können, stimmt ihn aber nicht traurig. „Das bringt der Beruf mit sich. Und wenn ich die Krippe im Dom anschaue, die ich mitaufgebaut habe, dann ist hier ein Stück Bethlehem, dann ist auch für mich Weihnachten.“

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