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Umweltprojekt der Stadt geht in die nächste Runde

Die Hürden der Sheriffs

Münster

Schon die ersten selbstgesteckten Ziele führen unseren Autor, Teilnehmer des städtischen Klimaprojekts, in einen Zwiespalt. Doch es gibt auch Erfolge – und es lockt der Ausblick auf wahrhaft gewinnbringende Angebote.

Von Björn Meyer

WN-Redakteur Björn Meyer ist sichtlich begeistert bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad über den Lindberghweg zur Arbeit zu fahren.... Dafür gab es zuletzt auch eine Aufmerksamkeit der Stadt. Foto: Björn Meyer

Das Klimaprojekt der Stadt geht in die zweite Phase. Die Teilnehmer der fünf Kleingruppen, geleitet von ehrenamtlichen Klimatrainern, die aus ehemaligen Teilnehmern des Pilotprojekts „Reallabor Klimafreunde Entscheidungen“ rekrutiert wurden, haben in den kommenden Wochen nun die Chance, sich klimaschonende Angebote von 15 Anbietern aus dem Stadtgebiet vorstellen zu lassen. Einer der Teilnehmer, die bei dem Projekt mitmachen, ist unser Autor Björn Meyer, derzeit gefangen zwischen kleinen Erfolgen, großen Hürden und der Vorfreude auf das, was das kommen wird.

Sämtliche Arbeitsstrecken nur noch mit dem Fahrrad zurücklegen und lediglich unverpacktes Gemüse kaufen, so lauten die zwei ersten selbstgestellten Aufgaben, die ich mir – bislang wohl eher ein Durchschnittsbürger im Bereich der Klimafreundlichkeit, und das ist, wie wir wissen, eher nicht gut – vor Wochen gestellt habe. Mit unterschiedlichen Erfolgen.

Die gute Nachricht: Ich bin wirklich nahezu jede Strecke mit dem Fahrrad gefahren und habe kein in Plastik verpacktes Gemüse mehr im Kühlschrank. Die schlechte Nachricht: Ich habe genau genommen kaum noch Gemüse im Kühlschrank, weil sich mir im Alltag eben allzu oft der Weg in ein Geschäft mit entsprechendem Angebot, sei es nun aus Zeitgründen oder Bequemlichkeit, verwehrt bleibt. An diesem Weg gilt es also noch zu feilen.

Ordnungshüter in den heimischen vier Wänden

Doch noch was hat sich im Alltag ergeben, ich schaue plötzlich kritischer auf den Konsum meiner Familienmitglieder, knipse ständig Lampen aus und schäme mich, wenn ich mal wieder Plastikberge verbrauchter Hygieneartikel in den Mülleimer werfe. Monika, eine weitere Teilnehmerin aus meiner Gruppe, fasste dieses Verhalten bei der dritten abendlichen Gruppensitzung seit Beginn des Projekts ganz gut zusammen: „Ich komme mir zu Hause vor wie ein Sheriff.“

Präsent der Stadt: Meyers neuer Biotoni Foto: bm

Die Phase der durch die Stadt organisierten Probier-Angebote beginnt derweil mit einer Überraschung. Eine freundliche junge Frau bringt per Lastenrad einen Biotoni und Infomaterial als Präsent. Der Toni kommt auch bei meiner Frau gut an. Neben dem Vertrautmachen mit dieser arbeitsplattentauglichen Gerätschaft für den Biomüll, nebst passender umweltfreundlicher Beutel, heißt es für mich, die für mich passenden Termine auszusuchen. Und da sind – wirklich – tolle Sachen dabei.

Die Energieberatung der Verbraucherzentrale habe ich direkt am Morgen nach dem digitalen Treffen aller Teilnehmer am Telefon. Darüber hinaus gibt es von Repair-Café, einer Beratung zum nachhaltigen Kleiderschrank, Workshops zum Verpackungsmüll sparenden Alltag und Photovoltaik-Informationen bis hin zu Tipps zu ethisch-nachhaltigen Geldanlagen eine wahrhaft breite Palette. Viel zu tun also, um den Makel des Durchschnitts loszuwerden.

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