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Kommentar

Die Promenade ist für alle da

Münster

An einigen Tagen im Jahr ist die Promenade Schauplatz der Grünflächenunterhaltung oder des Flohmarktes. Dem Vorsitzenden des ADFC in Münster gefällt dieses nicht. Er fordert freie Fahrt für Radfahrer – dabei gehört die Promenade nicht denen allein. Ein Kommentar.

Martin Kalitschke

An zwei Tagen im Jahr findet auf der Promenade die Grünflächenunterhaltung statt. Foto: jvg

An fünf Samstag im Jahr findet auf einem Teilstück der Promenade der Flohmarkt statt, an zwei Samstagen für jeweils drei Stunden die Musikveranstaltung „Grünflächenunterhaltung“. Radfahrer haben damit an 358 uneingeschränkt freie Fahrt.

Doch das reicht dem Allgemeinen Fahrradclub (ADFC) offenbar nicht. Dessen Vorsitzender möchte Flohmarkt und Musikevent von der Promenade verbannen , damit diese den Radlern an 365 Tagen uneingeschränkt zur Verfügung steht. Seine Begründung: Die Promenade sei keine Showbühne.

Nein, das ist sie nicht. Das war sie aber auch nie. Bei sieben Veranstaltungstagen im Jahr die Alarmglocken zu läuten, dass Münster auf dem besten Wege sei, seinen Ruf als Fahrradstadt zu verspielen – das ist nicht nur kleinlich, sondern schlichtweg nicht nachvollziehbar.

Denn die Promenade ist für alle da – für die Radfahrer, natürlich, aber auch für all jene Münsteraner, die an einigen wenigen Tagen im Jahr den Charme der Grünanlage einmal ganz in Ruhe, bei Musik oder bei einem Flohmarktbummel, genießen wollen. Im Übrigen: An beiden Events nehmen auch zahlreiche Radfahrer teil – ohne über Einschränkungen für Zweiräder zu murren.

Recht hat der ADFC-Vorsitzende indes mit seiner Warnung, den Bogen nicht zu überspannen. Veranstaltungen auf der Promenade sollten die Ausnahme bleiben – und nicht zur Regel werden. Auch wenn sie für alle Münsteraner da ist, ist sie immer noch eine Verkehrsfläche. Indes: Die Stadt betont, dass an eine Ausweitung des Veranstaltungsangebots überhaupt nicht gedacht sei.

Wie kam der ADFC-Vorsitzende überhaupt dazu, einen Veranstaltungsbann für die Promenade zu fordern? In der Mitgliederzeitschrift seines Verbandes gibt er die Antwort: Er habe einen Zug verpasst, weil er wegen der „Grünflächenunterhaltung“ nicht schnell genug mit seinem Rad voran kam.

Vorschlag: Vielleicht sollte er das nächste Mal einfach etwas früher losfahren. Er würde dann seinen Zug bekommen – und Flohmarkt- und Musikfans müssten sich nicht über seine Forderung ärgern, ihre Events von der Promenade zu verbannen.

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