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Halbzeit auf der Baustelle der Meranti-Halle im Allwetterzoo

Die Tropen nehmen Form an

Münster

Seit der Eröffnung 1974 hat der Allwetterzoo eine solche Baustelle nicht mehr erlebt: Die Meranti-Halle, die neue Tropenhalle, nimmt Form an. Im Oktober 2022 soll sie eröffnet werden.

Von Lukas Speckmann

Es ist die größte Baustelle im Allwetterzoo seit der Eröffnung 1974: Die Meranti-Halle soll im Herbst 2022 eröffnet werden. Helge Peters (Zooverein), Oberbürgermeister Markus Lewe, Zoodirektorin Dr. Simone Schehka und der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Ludger Hellenthal (v.l.) überzeugten sich vom Stand der Bauarbeiten.  Foto: Oliver Werner

Die Badewanne links ist für den Tapir, die rechts ist für den Ameisenbären. Bislang sind es nur kahle Betongruben – aber wenn das Badezimmer erstmal eingerichtet und tropisch begrünt ist, dürfte es im Allwetterzoo seinesgleichen suchen. Flachlandtapir und Ameisenbär sind die prominentesten künftigen Bewohner der riesigen Meranti-Halle, deren Baustelle gerade Bergfest feiert: „Es ist europaweit die einzige nachhaltige Tropenhalle“, sagt Zoodirektorin Dr. Simone Schehka. „Wir wissen von keiner anderen . . .“

Wie funktioniert eine nachhaltige Tropenhalle? Mit Geothermie. 34 Erdwärmesonden wurden dafür in die Tiefe gebracht, berichtet Dirk Heese, der technische Leiter des Allwetterzoos. In 250 Metern Tiefe kommt man auf 18 Grad. Seitdem diese Arbeiten abgeschlossen wurden, macht der Baukörper sichtbare Fortschritte. Das Sockelgeschoss enthält unter anderem die Räume für die künftige Wassertechnik. Von hier aus werden sechs unabhängige Wassersysteme vom Riesenotter-Teich bis zum rauschenden Wasserfall gesteuert.

300 Tonnen Stahl tragen das Dach

„Das Schwierigste ist die Stahlkonstruktion der 17 Meter hohen Halle“, meint Dirk Heese. 300 Tonnen Rundstahl liegen für das mit einer Spezialfolie bedeckte Dach bereit. Potenziell knapp werdendes Baumaterial wurde bereits eingekauft – auch wenn es wohl erst im Mai gebraucht wird.

Der erste Spatenstich war im vergangenen Januar, die Eröffnung ist für kommenden Oktober vorgesehen. Zwar gab es bereits eine mehrmonatige Verzögerung, weil Ausschreibungen wiederholt werden mussten. Das konnte aber durch die Zusammenlegung mehrerer Bauabschnitte kompensiert werden, berichtet der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Ludger Hellenthal, der am Freitag zusammen mit Oberbürgermeister Markus Lewe den Baufortschritt begutachtete. Allenfalls ein harter Winter könnte die geplante Eröffnung noch verzögern, meint er.

Konferenzräume zu vermieten

Anspruchsvoller noch als der Zeitplan ist die Finanzierung. 59 Millionen Euro umfasst der Masterplan für den Allwetterzoo, allein für die Meranti-Halle sind 21,5 Millionen Euro vorgesehen. Man könne dank „null Toleranz zu Kostenüberschreitungen“ im Rahmen bleiben, so Hellenthal. Für die neue Halle sind mehrere Konferenzräume geplant, die von Veranstaltern für Konferenzen oder private Feiern gemietet werden können – auch das ein Beitrag zur Finanzierung.

Der Zooverein spendete das erste Puzzlestück für das Meranti-Hallen-Bild. Weitere Sponsoren werden gesucht. Foto: Oliver Werner

Ein knappes Prozent der Baukosten – 225.000 Euro – soll aus einer einzigartigen Werbeaktion stammen: Der Künstler Peter Eickmeyer hat ein mehrere Meter großes Bild geschaffen – eine südamerikanische Urwaldszene, in der einige der künftigen Bewohner abgebildet sind. Die Skizze ist an der Arena des Pferdemuseums ausgestellt. Das fertige Bild besteht aus farbigen Puzzleteilen, die von Sponsoren gekauft und ergänzt werden können. Das vollendete ­Puzzle soll an der Außenwand der neuen Halle angebracht werden.

Der Vorsitzende des Zoovereins, Helge Peters, eröffnete den Reigen mit einem großen Puzzlestück im Wert von 34.000 Euro.

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