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Forschungsprojekt

Die Vielfalt hält den Wald intakt

Münster

Welche Auswirkung hat die Struktur eines Waldes auf Pflanzen und Tiere? Dieser Frage geht ein Forschungsprojekt von Nabu, Universität und Landesbetrieb nach. Finanzielle Unterstützung gibt es aus dem Waldklimafonds der Bundesregierung.

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In einer Buchenwald-Naturwaldzelle im Arnsberger Wald ist nach über 50 Jahren Nutzungsverzicht bereits viel Totholz zu finden. Foto: Ute Hamer

MünsterUm die Zusammenhänge zwischen forstlicher Nutzung, biologischer Vielfalt und Kohlenstoffspeicherung im Wald besser zu verstehen, startet ein neues Forschungsprojekt mit dem Titel „Biodiversität und Kohlenstoffspeicherung in Wäldern unterschiedlicher Nutzungsintensität (BiCO2)“, das in Kooperation zwischen der Nabu-Naturschutzstation Münsterland, dem Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen und dem Institut für Landschaftsökologie der Universität Münster durchgeführt wird.

Laut Pressemitteilung ist das Ziel des Vorhabens, die Auswirkungen forstlicher Bewirtschaftungen auf die Kohlenstoffvorräte in den Bäumen und im Boden sowie auf die Biodiversität zu untersuchen. Mit einer Projektlaufzeit von drei Jahren fördert das Bundeslandwirtschaftsministerium aus Mitteln des Waldklimafonds das Vorhaben mit 1,7 Millionen Euro.

Wälder können Kohlenstoff langfristig binden

In mitteleuropäischen Wäldern sind bedeutende Mengen an Kohlenstoff gespeichert. Der Klimaschutzplan 2050 der deutschen Bundesregierung misst den Wäldern und Waldböden eine große Bedeutung bei, da sie Kohlenstoff auch langfristig binden können. Darüber hinaus sind die Wälder und ihre Böden von sehr großer Bedeutung für die biologische Vielfalt – diese wiederum stärkt die Anpassungsfähigkeit und Stabilität des Ökosystems Wald.

Während der geplanten Projektlaufzeit sollen daher unter anderem die Waldstruktur und verschiedene Organismengruppen wie Regenwürmer, Käfer, Vögel und Pflanzen sowie bodenkundliche Parameter untersucht werden. Dabei betrachten die Wissenschaftler im landeseigenen Wald die häufigsten Buchen- und Eichenwaldtypen in NRW sowie deren forstliche Ersatzgesellschaften aus Fichte, Kiefer oder Douglasie.

Eine weitere Fragestellung des Projektes ist, welchen Einfluss das maschinelle Befahren zur Holzernte und die Bodenbearbeitung auf den Kohlenstoffhaushalt und die Biodiversität im Waldboden haben.

Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere

„Unsere Untersuchungsergebnisse sollen als Grundlage für eine Bewertungsmatrix forstlicher Handlungsoptionen dienen“ erläutert Michael Elmer, Projektverantwortlicher von Wald und Holz NRW. „Mit dieser Matrix können wir verdeutlichen, welche Auswirkungen unterschiedliche Varianten der Waldbewirtschaftung auf Pflanzen, Tiere und die gesamte Waldstruktur haben“, betonen Dr. Britta Linnemann von der Nabu-Station Münsterland und Prof. Dr. Norbert Hölzel vom Institut für Landschaftsökologie.

Hierzu sei eine intensive Zusammenarbeit zwischen Naturschutz, Forstwirtschaft und Wissenschaft notwendig. Schließlich sollen im Rahmen von Informationsveranstaltungen und Fortbildungen Empfehlungen an die forstliche Praxis weitergegeben werden.

Das Kooperationsprojekt adressiert die beiden großen Themen Klimawandel und Biodiversität gleichermaßen. Ziel ist es, Möglichkeiten in der Waldnutzung aufzuzeigen,die Kohlenstoff-Bindung und Artenvielfalt gleichzeitig stärken. Erste Hinweise darauf werden in etwa einem Jahr erwartet.

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