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Ministerin Svenja Schulze im „Roten Salon“

Die „Zeitenwende“ in der Entwicklungspolitik

Münster

Hoher Besuch: Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze war zu Gast beim „Roten Salon“ in der Stadtbibliothek. Im Zentrum der Veranstaltung standen die Herausforderungen der Entwicklungszusammenarbeit von morgen.

Christoph Strässer (l.) moderierte das Gespräch mit Bundesministerin Svenja Schulze und Prof. Dr. Anna-Katharina Hornige. Foto: Ulrich Coppel

Drei Tage nach dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar sprach Kanzler Olaf Scholz von einer „Zeitenwende“. Doch was bedeutet der Begriff „Zeitenwende“ für die Entwicklungspolitik? Gerade auch hier sei er hochrelevant, so Svenja Schulze (SPD), seit acht Monaten Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Deshalb wählte sie ihn als Thema für die Veranstaltung „Roter Salon“ am Sonntagmorgen im Café Colibri in der Stadtbibliothek. Neben Schulze referierte Prof. Dr. Anna-Katharina Hornige, Direktorin des „German Institute of Development and Sustainability“ (IDOS).

Routiniert moderierte Christoph Strässer, früherer Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, die anschließende Diskussion in der zweieinhalbstündigen Veranstaltung.

70 Prozent leben in autokratisch regierten Ländern

„In diesem Jahr leben mehr als 70 Prozent der Menschen in autokratisch regierten Ländern, im vergangenen Jahr sind es noch 63 Prozent gewesen“, so Hornige. Dies werde zunehmend problematischer.

„Neben Partnerschaften mit Regierungen von Ländern, mit denen dies möglich ist, wird dort, wo dies nicht möglich ist, die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen vor Ort intensiviert“, so Schulze.

Um Menschen in vielen Ländern dieser Welt humanitäre Hilfe zuteil werden zu lassen oder ihr Land zu entwickeln, sei dies vielfach effektiver. Dafür brauche es einen langen Atem.

„Wie lange ist es her und wie lange hat es gedauert, bis in Deutschland ein Gesetz geschaffen wurde, das Vergewaltigung in der Ehe verbietet? Da kann man doch jetzt nicht erwarten, dass das in anderen Ländern in einem halben Jahr geschafft werden muss“, so Schulze, die Münster für ihre über 100 zivilgesellschaftlichen Kooperationen lobte.

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