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Kommunalwahl 2020 in NRW: Münster

Diese Mitglieder nehmen Abschied aus dem Ratssaal

Münster

In Münster war es eine Kommunalwahl mit Drehtüreffekt: Langjährige Ratsmitglieder haben nicht erneut das Vertrauen ihrer Wähler bekommen. Manchen fällt das Ausscheiden nicht ganz leicht.

Dirk Anger

Gehören dem Rat nach aktuellem Stand nicht mehr an (l.): Jan Leiße, Frank Baumann, Richard-Michael Halberstadt (alle CDU) sowie Marianne Koch und Thomas Kollmann (beide SPD) Foto: imago  / Fotos CDU/Markus Hauschild / SPD

„Was man tut, wird anscheinend nicht honoriert.“ Aus den Worten der langjährigen SPD-Ratsfrau Marianne Koch aus Mecklenbeck spricht tiefe Enttäuschung über den Verlust ihres Mandats. So wie der 67-Jährigen erging es bei der Ratswahl am Sonntag auch anderen  durchaus bekannteren politischen Gesichtern, die den Einzug in den neuen 66-köpfigen Rat verpasst haben.

Frust bei SPD-Kandidatin in Mecklenbeck

Seit 2004 gehörte Koch, deren in ihrer Lieblingsfarbe Rot gefärbten Haare zu ihren unverkennbaren Markenzeichen zählen, dem Gremium an. 16 Jahre war sie Vorsitzende der Behindertenkommission. Gerne habe sie diese Aufgabe wahrgenommen, erzählt sie. In ihrem Stadtteil Mecklenbeck, wo sie seit 46 Jahren lebt, fühlt sich Koch gut verankert, hat sich in verschiedenen Initiativen vor Ort engagiert, etwa für Flüchtlinge oder bei der Give-Box. Umso schwerer wiegt das jetzige Abschneiden: Die Wähler setzten Koch hinter Wahlkreisgewinner Dr. Ulrich Möllenhoff (CDU) und  Grünen-Kandidatin Leandra Praetzel nur auf Platz drei – „ein bisschen frustrierend“.

Kollmann fehlen zwei Prozentpunkte

Auch der stellvertretende SPD-Vorsitzende Thomas Kollmann zog am Sonntagabend ein langes Gesicht: Nachdem er den Wahlkreis Kinderhaus-West vor sechs Jahren mit einer Handvoll Stimmen gewonnen hatte, schaute der Vorsitzende des Sozialausschusses diesmal in die Röhre. Konkurrentin Babette Lichtenstein van Lengerich (CDU) gewann mit 32,5 Prozent das Direktmandat.

Gut zwei Prozentpunkte dahinter lag Kollmann, der in seinem Bezirk 30,1 Prozent der Stimmen und damit das beste Ergebnis aller 33 Direktkandidaten der SPD holte. Weil bei den Genossen wegen des schlechten Abschneidens die Reserveliste nur bis Platz zwölf zieht, musste Kollmann einen Rang dahinter zunächst bangen – bis zum Rückzug des SPD-Fraktionsvorsitzenden am Montag..

38 Neulinge im Rat

(Von Klaus Baumeister)

  • CDU: Hendrik Grau, Peter Wolfgarten (Rats­erfahrung), Susanne Schulze Bockeloh, Ulrich Möllenhoff, Meik Bruns (Rats­erfahrung), Carmen Greefrath (Rats­erfahrung), Babette Lichtenstein van Lengerich, Jan Gebker, Silke Busch, Jolanta Vogelberg, Martin Peitzmeier, Martin Lücke, Michael Klenner und Tobias Jainta
  • SPD: Ute Hagemann, Lia Kirsch, Matthias Glomb und Sandra Beer
  • Grüne: Anne Herbermann, Jule Heinz-Fischer, Robin Korte, Leon Herbstmann, Andrea Blome, Albert Wenzel, Ingrid Kremer, Christine Schulz, Achim Specht, Rainer Bode, Annika Bürger und Leandra Praet­zel
  • FDP: Bernd Mayweg und Heinrich Götting (Ratserfahrung)
  • Linke: Ulrich Thoden und Katharina Geuking
  • Münsterliste: Dr. Georgios Tsakalidis
  • Die Partei: Lars Nowak
  • Volt: Tim Pasch und Helene Goldbeck

Nach 26 Jahren Schluss im Rat

Für den CDU-Ratsherrn Frank Baumann ist mit dem offiziellen Ende der Ratsperiode am 31. Oktober nach 26 Jahren Schluss im Rat. Fünf Mal gewann er den Wahlbezirk Kreuzviertel,  das sechste Mal vermasselte ihm Grünen-Konkurrentin Andrea Blome mit ihren 41,1 Prozent. „Damit muss man in einer Demokratie rechnen“, sagt Urgestein Baumann (55), der im Alter von 29 Jahren erstmals in den Rat eingezogen ist. Jetzt werde er eine Auszeit von der Politik in Münster nehmen und etwas mehr Zeit mit seiner Frau verbringen.

Auch der bisherige sozialpolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Richard-Michael Halberstadt, wird dem  Rat nicht mehr angehören. Er hatte im Bezirk Pluggendorf/Bahnhof keine Chance gegen Mitbewerberin Anne Katrin Herbermann, die die grüne Ratsliste anführt. Für die CDU-Ratsherren Jens Heinemann und Jan Leiße, der gegen Otto Reiners (Grüne)  unterlag, ist die Zeit im Rat ebenfalls abgelaufen.

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