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Münsters City kehrt zum Normalzustand zurück

„Drang nach dem Städteerlebnis“

Münster

Ein Hauch von Normalität weht an diesem Samstag durch Münsters Innenstadt. Nach Monaten der Schließungen und Sonderregeln sind die Bedingungen für das optimale Shoppingerlebnis an diesem Wochenende nahezu perfekt.

Julian Alexander Fischer

Foto: Julian Alexander Fischer

Bis auf die Maskenpflicht und eine Personenobergrenze in den Läden sind alle Einschränkungen weggefallen. Dazu spielt nach zahlreichen Regentagen auch das Wetter mit, sodass sich von der Ludgeristraße über den Prinzipalmarkt bis auf den Markt eine allgemeine Zufriedenheit bei Kunden und Verkäufern ausbreitet.

„Es herrscht eine richtige Aufbruchstimmung, die Leute sind einfach gut gelaunt und die Angst ist nicht mehr so groß“, freut sich Jürgen Budke. In seinem Kinderkaufhaus MUKK hat er nun besonders viel Personal aufgeboten, damit die Schlangen schnell abgebaut werden und sich alle Kunden auch wohlfühlen. Allerdings gebe es auch noch Steigerungspotenzial: „Wenn das Wetter am nächsten Wochenende noch besser wird, platzen wir aus allen Nähten.“ Auch wenn die letzten Wochen für den Buchhandel bereits vergleichsweise gut liefen, steht auch Thorsten Schübbe von Poertgen Herder die Freude ins Gesicht geschrieben: „Das Unbeschwerte ist wieder zurück, die Leute haben richtig Lust zu konsumieren.“

Am Prinzipalmarkt ist Max Scheidemann ähnlich glücklich. Der stellvertretende Abteilungsleiter bei Schnitzler erlebt an diesem Tag viele zufriedene Kunden: „Ich glaube, es gibt einen großen Drang nach dem Städteerlebnis. Dabei geht es gar nicht direkt um das Shopping, sondern einfach wieder darum, etwas zu erleben.“ Zudem sei er dankbar, in Münster zu sein, wo diese Möglichkeiten vergleichsweise früh wieder gegeben sind.

Ähnliches hat sich auch Dirk Zimmermann gedacht. Er wohnt zwar in Wiesbaden, hat die Öffnungen in Münster aber als Anlass genommen, um Verwandte in der Stadt zu besuchen: „Das konnte ich gut verbinden. Und es hat sich gelohnt, ich war bereits in fünf Geschäften.“ Auch Benedykt Pawdzik genießt die Atmosphäre beim Flanieren durch die Stadt: „Es ist schön, wieder von so vielen Menschen umgeben zu sein.

Doch nicht alle fühlen sich bei den Menschenmassen so wohl. „Ich finde es durchaus unangenehm, da der Abstand nicht immer eingehalten werden kann, und versuche, nur in Geschäfte zu gehen, die recht leer sind“, berichtet Leonie Seifert.

Ein paar Meter weiter auf dem Markt ist es dafür weniger voll als in den letzten Wochen, auch hier machen sich die Geschäftsöffnungen bemerkbar. „Es wird wieder etwas ruhiger, es verteilt sich besser auf die Innenstadt“, resümiert Rainer Dinslage vom Fuestruper Pflanzenhof. Das hat auch Frank Westenberg beobachtet. An seinem Gemüsestand seien die Schlangen deutlich kleiner als zuletzt: „Vorher wurde der Markt als Event und Ausgehplatz gesehen, jetzt ist alles etwas ruhiger. Es ist eine Rückkehr zur Normalität.“ Dass diese wiedergewonnene Normalität nun auch dauerhaft bleibt, darauf hoffen sowohl die Händler als auch die Kunden.

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