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Prozess wegen versuchten schweren Raubes

Drei Jahre Haft und Entzugsklinik

Münster

Das Kerbholz ist voll: Die Strafakte des 31-jährigen Münsteraners ist ziemlich dick – und jetzt um ein Kapitel dicker. Diesmal wurde er wegen versuchten schweren Raubes und fahrlässiger Körperverletzung verurteilt. Und muss für längere Zeit hinter Gitter.

Pjer Biederstädt

Ein 31-jähriger Münsteraner ist wegen versuchten schweren Raubes und fahrlässiger Körperverletzung am Landgericht zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Foto: Friso Gentsch/dpa

„Ich wollte nicht, dass es soweit kommt und es tut mir Leid“, sagte der Angeklagte am Mittwochmorgen in seinem Schlusswort. Der 31-Jährige bat das Gericht um eine weitere Chance, obwohl er „schon viele Chancen bekommen habe“. Doch die Reue und das Bitten halfen nicht.

Der Richter verurteilte den Münsteraner zu drei Jahren Freiheitsstrafe und ordnete an, den Drogensüchtigen in einer Entzugsklinik unterzubringen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der notorische Straftäter – sogar im Laufe des Prozesses musste er wegen eines anderen Vorwurfs in U-Haft – im Februar des vergangenen Jahres versucht hat, seinen Nachbarn auszurauben.

Gericht nimmt ihm die Story nicht ab

Maskiert und mit einem Messer bewaffnet, klingelte er damals an der Haustür seines 83-jährigen Nachbarn in Münster-Albachten. Der Pensionär ergriff intuitiv die Klinge des Messers, verletzte sich dabei, riss dem Angreifer jedoch noch die Vermummung vom Kopf und schlug ihn in die Flucht.

Am ersten von drei Verhandlungstagen sagte der 31-Jährige vor der 22. Großen Strafkammer am Landgericht aus, er habe den Rentner mit dem Messer nicht ausrauben, sondern lediglich aus Rache dessen Buchsbäume „köpfen“ wollen, weil dieser ihn zwei Tage zuvor „fast mit dem Auto vom Fahrrad geholt hätte“.

Diese Geschichte glaubte ihm das Gericht jedoch nicht – auch weil ein Entlastungszeuge die Version des Angeklagten nicht bestätigen konnte – und verurteilte ihn wegen versuchten besonders schweren Raubes in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung.

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