1. www.wn.de
  2. >
  3. Muenster
  4. >
  5. Drohende Lizenzgebühren machen dem Tanz ein Ende

  6. >

Krankenhäuser schalten Jerusalema-Video ab

Drohende Lizenzgebühren machen dem Tanz ein Ende

Münster

Die „Jerusalema Dance Challenge“ ist ein ein im Netz weltweit millionenfach geklickter Stimmungsaufheller in der Corona-Pandemie. In Münster machten unter anderem mehrere Krankenhäuser mit. Doch jetzt haben sie das Video aus ihren Internetauftritten genommen.

Karin Völker

Ausschnitt aus dem Jerusalema-Video des UKM. Foto: UKM

Mitarbeiter des Uniklinikums (UKM) haben es in Münster getan, auch Kollegen vom Clemenshospital und der Raphaelsklinik. Sie machten mit bei der weltweiten „Jerusalema Dance Challenge“, drehten Videos von zum Hit von Master KG tanzenden Beschäftigten – Stimmungsaufheller in Zeiten der Pandemie. Seit einigen Tagen sind die Gute-Laune-Videos aus dem Internetauftritten der münsterischen Krankenhäuser verschwunden.

Grund: Der Konzern Warner Music, der die Rechte an dem Song besitzt, verlangt von Institutionen oder Unternehmen, die sich mithilfe von „Jerusalema“ profilieren wollen, nun Lizenzgebühren. So von Polizeidienststellen in NRW, für die das Innenministerium mittlerweile zahlte. Über die Höhe der Gebühren herrscht Stillschweigen.

Bislang keine Geldforderungen erhalten

Weder das UKM noch das Clemenshospital und die Raphaelsklinik haben bisher Geldforderungen des Konzerns erhalten, wie die Sprecher der Häuser übereinstimmend berichten: „Aber als wir mitbekommen haben, dass womöglich Gebühren fällig werden, haben wir das Video von der Seite genommen“, sagt Michael Bührke, Sprecher der Raphaelsklinik und des Clemenshospitals.

Auch das UKM nahm das selbst produzierte Video aus seinen Social-Media-Kanälen, wie dessen Sprecherin Anja Wengenroth sagt. Die Sprecher der Krankenhäuser halten sich mit einer Bewertung des Vorgangs zurück. Schade, so sagen jene, die beim Videodreh mitmachten, sei die Abschaltung allemal.

Auch Marienschule entfernt Video

Mitarbeiter des Clemenshospitals tanzten unter anderem auf dem Hubschrauberlandeplatz auf dem Dach des Krankenhauses, Beschäftigte aus vielen Abteilungen traten tanzend auf. Bei ähnlichen „Challenges“ im Netz, die dazu führen, dass das entsprechende Musikvideo mitsamt der transportierten Werbung noch häufiger geklickt wird, war die Musik zum Tanz frei verwendbar – etwa bei „Happy“ von Pharell Williams.

Das Mädchengymnasium Marienschule, das den Jerusalema-Tanz als Videobotschaft zu Weihnachten auf seine Homepage gestellt hatte, hat den Film inzwischen wieder dort heruntergenommen,. "Wir hatten für eine begrenzte Nutzungszeit Gema-Gebühren bezahlt" so Schulleiterin Marlies Baar. Die Frist sei jetzt abgelaufen, ebenso wie die Zeit für Weihnachtsbotschaften.

Startseite