1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Duftet, schmeckt und sieht gut aus

  6. >

Brotprüfung der Bäcker-Gilde

Duftet, schmeckt und sieht gut aus

Münster

Prüfen auf Korn und Kruste: Zum zweiten Mal ohne das Stadtfest-Publikum fand die Brotprüfung der Bäcker-Gilde in den Räumen von Ebäcko statt. Ausgezeichnete Brote gab es dennoch – und interessante Informationen.

Von Lotta Krüger

Die Brote werden von Brot-Experte Matthias Bantel auf Geschmack, Geruch, Aussehen, Konsistenz und Frischhaltung geprüft. Bäcker-Kollege Jens Kitzhöfer assistiert und fachsimpelt mit dem Prüfer über die Qualität der Brote. Foto: Lotta Krüger

Die alljährliche Brotprüfung der Bäcker-Gilde, die normalerweise öffentlichkeitswirksam auf dem Stadtfest stattfindet, musste in diesem Jahr pandemiebedingt zum zweiten Mal ohne Publikum in den Räumlichkeiten des Bäcker- und Konditorenfachhandels Ebäcko abgehalten werden.

51 Brote aus 14 Bäckerei-Betrieben stellten sich am Donnerstag der objektiven Qualitätsbewertung durch Matthias Bantel, Sachverständiger der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft und selbst Bäckermeister. Die jährliche Prüfung helfe den Bäckern, sich und ihre Produkte selbst zu hinterfragen, da Kunden eher selten Feedback gäben, so Barbara Altrogge.

Gemeinsam mit Georg Krimphove, Obermeister der Bäcker-Gilde, organisiert sie die jährliche Prüfung. Krimphove stellt klar: „Es geht hier nicht darum, möglichst viele Goldmedaillen zu verleihen, sondern um ehrliches Feedback.“

Teilnahme ist freiwillig

Die Teilnahme an der Prüfung ist generell freiwillig, nur die Gilde-Bäcker haben sich zur regelmäßigen Teilnahme verpflichtet, um ihr Siegel tragen zu dürfen. Geprüft wird zum einen das Aussehen, also Form und die Oberfläche der Brote, aber auch ihre Struktur, die Elastizität, der Geruch, Geschmack und die Frischhaltung müssen sich der kritischen Untersuchung unterziehen.

Bei jedem Brot muss Prüfer Matthias Bantel daher drücken, fühlen, aufschneiden, riechen und probieren. Die Scheiben dürfen nicht auseinanderfallen, der Teig nicht zu dicht sein, die Zutaten müssen geschmacklich harmonieren, sonst gibt es Abzüge.

Die Fehler werden notiert, wobei die verschiedenen Faktoren unterschiedlich schwer gewichtet werden, so Bantel. Er kostet von jedem Brot nur ein kleines Stück – schließlich muss er 51 Laibe bewerten. „Bei Brot ist das kein Problem, aber wenn ich zum Beispiel Stollen prüfen muss, gehen maximal 25 kleine Stückchen – dann ist man voll“, erzählt der Prüfer.

Brote werden immer kleiner

Brot, das als immaterielles Kulturerbe gilt, entwickelt sich stetig weiter: Die Brote werden aufgrund der immer zahlreicheren Single-Haushalte kleiner, die Auswahl vielfältiger. Über 300.000 verschiedene Brotrezepte gebe es inzwischen, so Brot-Experte Bantel.

Die Bäcker, die ihr Brot zur Prüfung eingereicht haben, bekommen übrigens nicht nur die Fehler, sondern auch gleich Verbesserungsvorschläge mitgeteilt – und bei Bestehen der Prüfung eine Urkunde ausgestellt.

Startseite