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Barbara Stollberg-Rilinger wird Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin

Ehrenvoller Ruf in den Grunewald

Münster

Barbara Stollberg-Rilinger, vielfach preisgekrönte Historikerin an der Uni Münster, übernimmt im September die Leitung des exquisiten Wissenschaftskollegs in Berlin. Münster verliert sie aber nicht ganz.

Karin Völker

Barbara Stollberg-Rilinger

Eine der profiliertesten Wissenschaftlerinnen der Universität Münster verlagert ihren Aktivitätsschwerpunkt nach Berlin. Mit dem dort beheimateten Wissenschaftskolleg übernimmt die Historikerin Barbara Stollberg-Rilinger als Rektorin eine der renommiertesten Wissenschaftseinrichtungen Deutschlands.

Die auf das Amt berufene Stollberg-Rilinger wird als erste Frau die Leitung des Kollegs am 1. September übernehmen – und nun ist klar, dass sie ihre Professur an der WWU nicht nur pro forma behalten wird. „Ich werde weiter als Hauptantragstellerin des Exzellenzclusters Religion und Politik arbeiten, in Münster auch Lehrveranstaltungen anbieten“, sagt Stollberg-Rilinger.

Das Wissenschaftskolleg Berlin wurde 1981 nach dem Vorbild des berühmten „In­stitute for Advanced Study“ der US-Elite-Universität Princeton gegründet und versammelt hochrangige Forscher verschiedener Disziplinen, außerdem Künstler und Schriftsteller aus der ganzen Welt zum wissenschaftlichen und geistigen Austausch. Jedes Jahr beruft das Wissenschaftskolleg etwa 40 solcher „Fellows“, die dann jeweils für ein Jahr die Möglichkeit erhalten, in dem im Grunewald beheimateten Kolleg zu wohnen und frei von allen Verpflichtungen an ihren jeweiligen Hochschulen an einem Thema zu arbeiten. Verpflichtend ist nur die Teilnehme an den täglichen Mahlzeiten der „Fellows“ und einem gemeinsamen Kolloquium.

Barbara Stollberg-Rilinger hat das Wissenschaftskolleg selbst als „Fellow“ vor drei Jahren kennengelernt und dort ihre von der Leipziger Buchmesse als bestes Sachbuch ausgezeichnete Biografie über Kaiserin Maria Theresia geschrieben. Dem Berliner Tagesspiegel sagte die jetzt 62 Jahre alte Expertin für frühneuzeitliche Geschichte vor einiger Zeit, sie habe zunächst Skrupel gehabt, die Leitung zu übernehmen, der Ruf nach Berlin und die einzigartige Atmo­­- s­phäre des geistigen Austauschs im Wissenschaftskolleg seien aber zu verlockend gewesen. Ihr Hauptwohnsitz werde künftig in Berlin sein, ihr Lehrstuhl in Münster bleibe aber der zweite Ankerpunkt, betont sie.

Für Stollberg-Rilinger, die nun seit 20 Jahren in Münster forscht und lehrt, wird es in Münster Ende September noch einmal richtig spannend. Dann entscheidet die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Exzellenzwettbewerb final über die Weiterförderung des Exzellenzclusters Religion und Politik, den die Historikerin von den Anfängen führend gestaltet hat.

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