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Artenschutz ist nicht Banane

Ein kühles, blondes Schildkrötenweizen

Münster

Das wahrscheinlich erste Schildkrötenweizen der Welt kommt aus Münster. In einer Kooperation zwischen dem Allwetterzoo und der Finne-Brauerei ist das Kaltgetränk mit Bananengeschmack entstanden. Doch der fruchtig-leichte Drink hat einen ernsten Hintergrund.

Von Georg Buterus

Schildkröte Finn hat das Bananenaroma im Finne-Weizen gerochen. Foto: Georg Buterus

Im Schildkrötenweizen sind natürlich keine Tiere drin, sondern nur drauf: Die Sulawesi-Erdschildkröte Finn aus dem Allwetterzoo posiert auf dem Getränk und war verantwortlich für eine der Hauptzutaten: Banane, das Leibgericht des kleinen Schwimmers! Das Kaltgetränk entstand in einer Kooperation zwischen dem Allwetterzoo und der Finne-Brauerei. Mit dem Weizen erhofft sich der Zoo, mehr Aufmerksamkeit, für die bedrohte Tierart zu gewinnen und das Thema an münsterische Stammtische zu bringen.

Denn von Finn gibt‘s nicht mehr viele. Schildkröten sind die am stärksten bedrohte Tiergruppe der Welt. Rund 60 Prozent der Arten sind vom Aussterben bedroht. Sie werden in Asien teuer gehandelt. So bringt eine einzige Scharnierschildkröte wie aus dem Allwetterzoo auf dem asiatischen Markt 100.000 Euro ein.

Bedrohte Arten nachzüchten und erhalten

Der Zoo leistet mit dem hauseigenen Internationalen Zentrum für Schildkrötenschutz (IZS) bereits viel Arbeit, bedrohte Arten nachzuzüchten und zu erhalten. Unter anderem wird Finns Nachwuchs noch dieses Jahr in ihr Heimatland nach Java gebracht und kommt dort in ein Artenschutzzentrum.

Ab heute gibt es das Schildkrötenbier zunächst exklusiv bei Rewe zu kaufen. Ein Teil des Gewinns wird für die Schildkrötenschutzprojekte des Allwetterzoos verwendet.

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