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Infektionen in Coerde

Ein neuer Corona-Hotspot in Münster

Münster

32 bestätigte Infektionen und bislang etwa 100 Menschen in Quarantäne: Im münsterischen Stadtteil Coerder hat es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben. Es ist bislang wohl der größte in der Stadt seit Beginn der Pandemie.

wn

In Münsters Norden hat das Gesundheitsamt der Stadt einen Corona-Hotspot ausgemacht. 32 Infektionen mit dem Virus stehen zum größten Teil im Zusammenhang zu zwei Großfamilien im Stadtteil. Foto: Oliver Werner

Während bundesweit über Lockerungen diskutiert wird, herrscht Corona-Alarm in Coerde: Insgesamt 32 Infektionen hat das Gesundheitsamt nach Angaben der Stadt mit Bezug zu zwei Familien in den vergangenen Tagen in dem Stadtteil in Münsters Norden festgestellt. „Das hat sich Schritt für Schritt entwickelt“, sagt der Leiter des städtischen Corona-Krisenstabs, Wolfgang Heuer. Demnach handelt es sich in der überwiegenden Zahl der Fälle um eine Ansteckung mit der britischen Variante des Coronavirus. Vier der Erkrankten sind laut Stadt bereits wieder gesund.

Gesundheitsamt prüft Maßnahmen im Stadtteil

Die Corona-Scouts des Gesundheitsamtes haben bis Donnerstagmittag rund 100 Personen identifiziert, die einen infektionsrelevanten Kontakt zu den Erkrankten gehabt haben könnten, wie die Stadt mitteilt. Für diese Kontaktpersonen sei eine unverzügliche Quarantäne verfügt worden, um das Infektionsgeschehen im Stadtteil möglichst schnell einzudämmen. „Wir brauchen jetzt die scharfe Bremsung, dass nicht noch mehr entsteht“, betont Heuer. Gleichzeitig prüft die Stadt, ob Spielplätze oder Schulhöfe in Coerde vorsorglich nachmittags gesperrt werden müssen, um dort neuerliche Zusammenkünfte von Menschen zu unterbinden und mögliche Virus-Übertragungen zu vermeiden.

Von den Quarantäne-Maßnahmen betroffen sind der Stadt zufolge auch Kontaktpersonen an der Papst-Johannes-Schule im benachbarten Kinderhaus sowie an der Melanchthonschule und einer Heilpädagogischen Tagesgruppe in Coerde. „Nach unseren bisherigen Erkenntnissen scheinen zwei größere Familien in Coerde im Zentrum des neuen Hotspots zu stehen“, sagt Krisenstabsleiter Heuer. Zu den Ansteckungen soll es nach Informationen unserer Zeitung in sozial beengten Verhältnissen gekommen sein.

Wolfgang Heuer

Mit verstärkten Kontrollen will der Kommunale Ordnungsdienst jetzt die Einhaltung der Quarantäne-Auflagen überwachen. „Die Polizei wird uns dabei unterstützen“, so Heuer. Außerdem sollen die Corona-Schutz-Vorgaben wie das Tragen von Masken und das Einhalten ausreichender Abstände durchgesetzt werden. Um Sprachbarrieren zu überwinden, werden Infomaterialien in verschiedenen Sprachen verteilt. Sie sollen im Umfeld der betroffenen Familien über die Notwendigkeit der Beachtung der Schutzmaßnahmen zu informieren.

Heuer geht davon aus, das Geschehen in Coerde im Griff zu haben: „Wir haben Erfahrung im Umgang mit solchen Lagen, deshalb bin ich zuversichtlich, dass die Situation unter Kontrolle gebracht werden kann.“ Er sei sich ziemlich sicher, dass man „eine präzise Erfassung der Infektionsproblematik“ habe.

Heuer erinnert an Corona-Regeln

Der aktuelle Corona-Ausbruch dürfte der wohl größte in Münster sein, seitdem vor einem Jahr die erste Infektion mit dem Virus in der Domstadt festgestellt worden ist. Im Mai vergangenen Jahres war zunächst bei 16 Mitgliedern einer Großfamilie in Angelmodde das Virus nachgewiesen worden. Sie hatten offenbar die Schutz-Regeln nicht eingehalten. Rund 40 Personen mussten sich damals in häusliche Quarantäne begeben.

Aus Anlass des aktuellen Ausbruchs erinnert der Krisenstabsleiter an die grundsätzlichen Maßnahmen: „Häufiges Händewaschen, Mund-Nasen-Bedeckungen, die Einhaltung von Quarantäne- und Isolationsvorgaben sowie das intensive Lüften von geschlossenen Räumen sind die einfache Regeln.“ Ihre Beachtung sei extrem wichtig, um die Situation in Coerde wieder ins Lot zu bringen.

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