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WLAN in Münster

Ein offenes Netz für alle

Münster

Ein Passwort für ganz Münster. Und damit überall ins Internet kommen. Das wäre doch was. Bei der Citeq kann man sich ein gemeinsames Modell mit vielen Playern vorstellen.

Günter Benning

Derzeit ist die Welt des freien Internet-Zugangs in Münsters City zerfasert. Foto: Oliver Werner

Alle reden vom Digitalen. Stefan Schoenfelder, Betriebsleiter der münsterischen Citeq, türmt auf seinem Schreibtisch aber gerne auch die ein und andere analoge Akte. „Meine Sekretärin“, gibt er zu, „findet das nicht gut.“ Er selbst braucht das. Denn der städtische Datendienstleister von der Scheibenstraße hat gerade einige Großprojekte vor der Brust. Unter anderem geht es um stadtweites WLAN.

„Wir wollen ein WLAN schaffen“, sagt Schoenfelder, „in das man in der städtischen Zulassungsstelle reinkommt – und bei Zumnorde auf dem Prinzipalmarkt.“

Derzeit ist die Welt des freien Internet-Zugangs in Münsters City zerfasert. Für den Nutzer heißt das: Viele Zugangsstellen, viele Passwörter, unterschiedliche Leistungen.

Unitymedia hat an einigen Stellen freies WLAN zur Verfügung gestellt. Münsters Freifunker überziehen viele Wohnbereiche der Stadt mit offenen Netzen, die allerdings oft schwach sind.

Und in vielen Läden und Cafés bieten Kaufleute ebenfalls die freien Wellen an. Nicht ohne Hintergedanken. Künftige Online-Bezahltechniken basieren auch darauf, dass der Kunde überall ins Netz gehen kann.

Die Stadt ist derzeit dabei, die Flüchtlingseinrichtungen mit WLAN zu versorgen. Zehn von ihnen haben bereits freies Internet – für die Bewohner ist das Netz ihr Tor zur Welt. Und ein Schlüssel zur Integration. Darüber hinaus gibt es WLAN-Netze in der VHS, der Bücherei, im Gesundheitshaus und in der Villa ten Hompel. Rathausintern läuft derzeit eine Erhebung darüber, wo die Ämter Bedarf sehen. „Zwei Antworten stehen noch aus“, sagt Schoenfelder. Fertig ist derweil ein juristisches Gutachten, das Münster gemeinsam mit anderen Städten in Auftrag gegeben hat.

„Was machen wir, wenn uns ein Freifunk-Gerät vom Dach fällt?“ ist so eine Frage. Und wie kann man verhindern, dass öffentliches WLAN in der Stadt zum „rechtsfreien Raum“ wird. Das sind Fragen, so Schoenfelder, die zur Klärung entstehen. Die dürfte aber bis zum Jahresende gelaufen sein.

Ein Online-Zugang für die ganze Stadt. Das wäre Schoenfelders Vision. „Da müssen wir einen Standard definieren“, sagt er, „am liebsten zusammen mit den Kaufleuten. Ich denke, das kriegen wir hin.“

WLAN für alle, das muss nicht heißen: gleiches Tempo für alle. Künftig wird der Ordnungsamtsmitarbeiter, der mit seinem mobilen Datengerät Knöllchen verteilt, schnelleren Zugriff erhalten als ein Münster-Tourist. Und auch die Feuerwehr wird Priorität haben. „Irgendeine Grenze“, so Schoenfelder, „müssen wir aber einbauen.“

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