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Stimmen aus Münster zum Kölner Cannabis-Urteil

„Ein Schritt in die richtige Richtung“

Münster

Wer schwer krank ist und unter Schmerzen leidet, soll Cannabis zu therapeutischen Zwecken anbauen dürfen. Dieses Urteil des Verwaltungsgerichts Köln wird auch in Münster begrüßt - der Umgang mit Cannabis werde damit immerhin eine Spur legaler.

Lukas Speckmann

  Foto: dpa

„Ich begrüße das auf jeden Fall!“ Dr. Wolfgang Schneider, der Geschäftsführer des Drogenhilfevereins „Indro“, sieht im Urteil des Verwaltungsgerichts Köln ein positives Signal für den öffentlichen Umgang mit Cannabis. Die Kölner Richter hatten entschieden, dass Schmerzkranke zu therapeutischen Zwecken Cannabis anbauen dürfen.

Zwar seien die Auflagen für eine Genehmigung durch das „Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte“ sehr hoch, meint Schneider. Doch stehe vielen Schmerzpatienten damit zum ersten Mal eine effektive und bezahlbare Therapie zur Verfügung: „Das ist ja ein Riesending für einen kranken Menschen!“

Auch Robert Brungert, der mit den „Hanffreunden Münster“ im April den Antrag an die Stadt Münster gestellt hatte, im Rahmen eines Modellversuchs den legalen Verkauf von Cannabis zu ermöglichen, sieht in dem Urteil ein wichtiges Signal: „Das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung: Jetzt ist es zum ersten Mal legal erlaubt, Drogen-Cannabis anzubauen.“ Zwar bestehe ein großer Unterschied zwischen Cannabis-Produkten als Medizin einerseits und als Genussmittel andererseits. Ziel eines „Cannabis Social Clubs“ für Münster sei es jedoch, dass sowohl Patienten als auch Konsumenten gar nicht erst gesellschaftlich ausgegrenzt würden.

Schneider wie Brungert sind allerdings der Meinung, dass es mit dem Kölner Urteil nicht getan ist. „Entkriminalisierung der Konsumenten“ sei das wichtigste Ziel, unterstreicht Schneider: „Konsumiert wird so oder so.“ Oft genug würden Jugendliche erst durch das Cannabis-Verbot in die Szene abgleiten.

Dass nun Schmerzpatienten Kontakt zur Szene aufnehmen müssten, hält Schneider für abwegig: Hanfsamen aus den Niederlanden oder der Schweiz sei im Internet problemlos erhältlich – oft als Vogelfutter deklariert.

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