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Bundesverdienstkreuz

Titus Dittmann ist ein Starkmacher mit Herz

Münster

Viele Jahre lang hat Titus Dittmann Auszeichnungen abgelehnt – um seine Glaubwürdigkeit in der Szene nicht zu verlieren. Die Angst ist in Anbetracht seines Lebenswerkes unberechtigt. Gerührt nahm er jetzt das Bundesverdienstkreuz entgegen.

Von Lukas Speckmann

Das Bundesverdienstkreuz am Bande krönt ein einzigartiges Engagement: Regierungspräsidentin Dorothee Feller (l.) überreichte Urkunde und Blumenstrauß. Den Orden durfte Brigitta Dittmann ihrem Mann eigenhändig ans Revers heften. Foto: Matthias Ahlke

Titus Dittmann kann so leicht nichts erschüttern. Es sei denn, er bekommt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Dann muss sogar Deutschlands bekanntester Skateboarder, der den Lambertisaal der Bezirksregierung noch ganz cool betreten hatte, kurz nach Worten suchen. „Ich bin ein bisschen gerührt, muss ich sagen . . .“

Dazu hat er allen Grund. Regierungspräsidentin Dorothee Feller war zuvor immerhin mehrere Minuten lang damit beschäftigt, eine Liste mit Dittmanns Verdiensten um Sport und Gesellschaft vorzutragen. Dass er in der 80er-Jahren den Lehrerberuf an den Nagel hing, um sich ganz dem Skateboard zu verschreiben, schien ihr zwar nicht so verdienstvoll („Wo wir damals Lehrer so dringend gebraucht haben!“). Doch dass es ihm innerhalb weniger Jahre gelang, Skateboarding als Trendsport und Jugendkultur zu etablieren, nötigte ihr schon großen Respekt ab. Und als die Rede auf die Stiftung „skate-aid“ kam, gab es für die Regierungspräsidentin kein Halten mehr.

Titus macht Kinder und Jugendliche stark

Deutschland, Uganda, Südafrika, Costa Rica, Kenia, Syrien, Afghanistan – überall auf der Welt hat sich Titus Dittmann mit seiner Stiftung schon darum gekümmert, Kindern und Jugendlichen ein Skateboard an die Hand zu geben, um Selbstvertrauen zu stärken und den Horizont zu öffnen. „Skateboarding macht stark. Wer stark ist, hat automatisch eine Perspektive“, sagt er. Dieses Konzept ist seit Jahren erfolgreich und mittlerweile etabliert. Das Bundesverdienstkreuz krönt diesen Erfolg: „Das ist keine Auszeichnung, die jeder bekommt“, meint die Regierungspräsidentin lächelnd.

Titus Dittmann ist sichtlich bewegt: „Mir liest jemand mein Leben vor. Das geht unter die Haut“. Orden und Urkunde nimmt er gerührt entgegen – und widmet die Auszeichnung sogleich seiner Familie, seinem Team und „allen Powerfrauen und Powermännern“ für Unterstützung und Engagement.

Er versucht zu helfen so gut es geht

Auch von der katastrophalen – und für ihn absehbaren – Entwicklung am Hindukusch lässt sich der 72-Jährige nicht vom Kurs abbringen. Er hält Kontakt und versucht zu helfen so gut es geht. Viel Gutes sei in zwölf Jahren auch in Afghanistan bewirkt worden.

Derzeit bereitet „skate-aid“ einen neuen Skatepark in Nepal vor; er soll im Februar eröffnet werden.

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