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34-Jährige muss sieben Jahre ins Gefängnis

Eine heimtückische Tat mit einem hinterlistigen Plan

Münster

Zu sieben Jahren Haft wurde eine 34-jährige Münsteranerin verurteilt, die ihren Chef ermorden wollte, um entwendete Spielwaren und Urkundenfälschung zu vertuschen. Der Mann sollte mit einem Beil zur Strecke gebracht werden.

Karin Höller

Die Angeklagte wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt. Foto: Pjer Biederstädt

Für sieben Jahre muss eine 34-jährige Münsteranerin wegen versuchten Mordes und schwerer Körperverletzung an ihrem Ex-Chef, dem Lagerleiter eines Spielwarenkaufhauses, ins Gefängnis. Die Richterin bezeichnete es als „heimtückische Tat, bei der die Wehrlosigkeit des Opfers ausgenutzt wurde“, um die Unterschlagung von Waren aus dem Spielwarenkaufhaus, die über E-Bay verkauft wurden, sowie Urkundenfälschung zu vertuschen.

Es sei eine geplante, durchdachte Tat mit einem hohen Maß an krimineller Energie gewesen. Mit dem Ziel, den Hauptzeugen zu töten, damit bei einem Gerichtsprozess nur noch ihre von Lügen geprägte Version der Geschichte Bestand haben sollte.

Sechs Beilschläge auf den Kopf des Opfers

Das Bedauern der Angeklagten kommt spät, kurz vor der Urteilsverkündung sagt die 34-Jährige: „Es war nicht meine Absicht, ihn zu verletzen.“ Eine geradezu absurde Aussage, wie die Richterin mit Blick auf mindestens sechs Beilschläge auf den Kopf des Opfers feststellte. Dass er es überlebte, und keine bleibenden Schäden davontrug, sei dem Umstand zu verdanken, dass die Angreiferin mit der stumpfen Seite des Beils zuschlug, als sich das Opfer in der Hocke befand, um nach einem angeblich undichten Spülen-Siphon zu schauen.

Die 34-Jährige hatte ihren Ex-Chef unter dem Vorwand einer Aussprache über die Vorkommnisse und die Übergabe des Lagerschlüssels in ihre Wohnung gelockt. Zuvor hatte sie ihrem Arbeitgeber im Zuge der Freistellung nämlich den falschen Schlüssel ausgehändigt.

Heimtückische Tat mit hinterlistigem Plan

Was folgte, bezeichnete die Staatsanwältin, die in ihrem Plädoyer acht Jahre Freiheitsstrafe forderte, als heimtückische Tat mit einem hinterlistigen Plan, den sie so beschreibt: Bevor es zur Aussprache kommt, verwickelt die 34-Jährige ihren Ex-Chef in ein Gespräch über ihre angeblich defekte Spüle. Als er vor dem Unterschrank hockt, zieht sie ein Beil aus dem bereitstehenden Rucksack und schlägt zu. Auch für die Beseitigung der Leiche und der Spuren habe die 34-Jährige offensichtlich Vorkehrungen getroffen: In besagtem Rucksack findet die Spurensicherung später ein Reparatur-Set mit weißer Küchenfarbe und große Müllsäcke.

Die Erklärungen der Angeklagten, die sich schon vor dem Verlust des Jobs in einer finanziell ausweglosen Lage befand, bezeichnete die Richterin als unplausibel und widersprüchlich. Bis zum Schluss hielt die nicht vorbestrafte 34-Jährige an ihrer Version fest, der Lagerleiter habe ihr besagte Spielwaren, Tornister und Kleidungsstücke kostenlos zur Verfügung gestellt. Eine unterschriebene schriftliche Erklärung dazu entpuppte sich nach Ermittlungen des Gerichts als Fälschung.

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