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Domfreunde Münster vergeben den Pflegepreis

„Eine Mammutaufgabe gestemmt“

Münster

Sie waren in der Corona-Krise an vorderster Front: Hinter den Pflegekräften liegen anstrengende wie aufreibende Monate im Kampf gegen das Virus und zum Schutz ihnen anvertrauten Menschen. Die Domfreunde haben dieses Engagement der Pflegerinnen und Pfleger in Münster gebührlich gewürdigt.

Von Norbert Tiemann

Gruppenbild mit Pflegepreis: Nach der Verleihung durch die Domfreunde Münster versammelten sich die ausgezeichneten Pflegerinnen und Pfleger als Repräsentanten ihrer jeweiligen Einrichtungen auf dem mit Fahnen geschmückten Prinzipalmarkt. Damit setzten auch die Kaufleute ein Zeichen für ihre Dankbarkeit. Foto: Timo Gemmeke

Eine ins Fahnenmeer getauchte Innenstadt, ein festlicher Preisverleihungs-Rahmen in der Bürgerhalle der Bezirksregierung, eine Feier-Gemeinde mit vielen strahlenden Gesichtern: Mit der erstmaligen Verleihung des Pflege-Preises dokumentierten die Domfreunde Münster gestern Dank, Wertschätzung und Hochachtung für die Arbeit der Pflegekräfte im Ausnahmejahr der Pandemie. Vertreter und Vertreterinnen von 40 pflegenden Institutionen in der Stadt nahmen den Preis, ein von Künstler und Designer Dieter Sieger entworfenes Exponat, als Zeichen dieser Dankbarkeit entgegen.

„Ehre, wem Ehre gebührt“ – mit diesen Worten begrüßte der Vorsitzende der Domfreunde, Dr. Stefan Nacke, die Pflegerinnen und Pfleger aus Krankenhäusern, Altenheimen, der ambulanten Dienste und der Familienpflege. Corona habe nachdrücklich die Verletzlichkeit der Menschen, aber eben auch die Hilflosigkeit einer hoch entwickelten Gesellschaft gezeigt.

Es gebe im Bereich des Gesundheitssystems viele quantitative Beurteilungsmaßstäbe, für die Qualität aber stünden die Menschen, „die Pflegerinnen und Pfleger, die in der Pandemie viel Leid erleben und viel Verzweiflung aushalten mussten, die aber Nähe gelebt, Beistand gegeben, Ansprechbarkeit gewährleistet und Rücksicht genommen haben“. Diesen Beitrag zu einer humanen Gesellschaft, diesen Beitrag zur Daseinsfürsorge, gelte es zu würdigen; „dafür bekommen sie alle den Pflegepreis der Domfreunde.“

Menschliche Wärme trotz Ausnahmezustand

Deren Ehrenvorsitzende, Regierungspräsidentin Dorothee Feller, richtete sich in dieser Doppelfunktion an die Pflegekräfte: „Sie haben in den 17 Monaten der Pandemie eine Mammutaufgabe gestemmt, haben trotz eigener Ansteckungsgefahr alles gegeben, sind oft über die Grenzen des Leistbaren hinausgegangen.“ Trotz ungeheurer psychischer Belastungen stünden die Pflegekräfte für menschliche Wärme, für soziale Nähe. Zu Recht würde der Pflegeberuf inzwischen eng mit dem Begriff der Systemrelevanz verknüpft, der ursprünglich ja aus der Finanzwirtschaft stamme.

Über ihre Arbeit sowohl in stationärer Einrichtung als auch im ambulanten Dienst berichteten in Interviews die Pflegekräfte Belinda Karatas, Nicole de Cavallo Fernandez da Silva und Felix Ickeroth. Im Verhältnis zu ihren Patienten würden sie häufig sehr viel Dankbarkeit, auch persönliche Genugtuung und Erfüllung erfahren.

Lewe lobt Zusammengehörigkeitsgefühl

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe erinnerte an das Zusammengehörigkeitsgefühl der Münsteraner eben auch in der Pandemie, was sich unter anderem in den niedrigen Inzidenzwerten widergespiegelt habe. Alle Menschen in der Stadt profitierten von der hervorragenden Pflegeinfrastruktur, nämlich dann, wenn sie selbst einmal diese Hilfe und Unterstützung benötigten. Designer Dieter Sieger erläuterte die Entstehungsgeschichte des Pflegepreises, ein Kunstwerk, das eine aus vielen Aluminium-Teilen stilisierte helfende und gebende Hand zeigt.

Pflegepreis und Domstein für jede Einrichtung

Stellvertretend für ihre Kolleginnen und Kollegen nahmen dann jeweils zwei Pflegekräfte einer jeden Einrichtung aus den Händen von Dr. Stefan Nacke, Regierungspräsidentin Dorothee Feller und Designer Dieter Sieger den Pflegepreis und einen Domstein entgegen. Die Musikstudentin Lilly Hörster gestaltete am E-Piano den musikalischen Rahmen der Feierstunde.

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