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Fürs katholische Hilfswerks Adveniat

Elfjähriger musiziert in Fußgängerzone und spendet seine Einnahmen an Bedürftige

Münster

Selbstlose Tat: Der elfjährige Benjamin Meyer hat auf seinem Euphonium, eine Art Mini-Tuba, in der Fußgängerzone gespielt und Geld gesammelt - eigentlich, um ein Fahrrad zu kaufen. Doch dann hatte er eine bessere Idee. 

pbm/acl

: Zwischen dem Domplatz und dem Rathaus hat Benjamin Meyer (11) mit seinem Euphonium gespielt und Geld für die Adveniat-Weihnachtsaktion gesammelt. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

„Dass so viele Leute stehen bleiben und spenden, hätte ich nicht gedacht“, ist Benjamin Meyer noch immer überrascht. Der Elfjährige musste nicht mal eine Stunde lang auf seinem Euphonium, das wie eine kleine Tuba aussieht, spielen, da zählte er schon 150 Euro im Körbchen vor ihm.

Ob es an dem großen Instrument liegt, auf dem der Schüler der Bischöflichen Friedensschule in Münster spielt? Oder an der Stimmung, die in der Vorweihnachtszeit auf dem Prinzipalmarkt in Münsters Innenstadt herrscht? Benjamin sind die Gründe nicht so wichtig.

Selbstloses Engagement

Für ihn zählt allein, dass er mit dem Geld anderen Menschen helfen kann. Er spendet die 150 Euro für die Weihnachtsaktion des katholischen Hilfswerks Adveniat. Kürzlich übergab er die Summe an Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, den bischöflichen Beauftragten für die Weltkirche im Bistum Münster.

Übergabe: Die gesammelten 150 Euro hat Benjamin Meyer an Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, den bischöflichen Beauftragten für die Weltkirche im Bistum, übergeben. Foto: Fotos: Bischöfliche Pressestelle/Ann-Christin Ladermann

„Dank deines Einsatzes kann Kindern in Lateinamerika geholfen werden“, lobte der Weihbischof das selbstlose Engagement des Elfjährigen. Ursprünglich, gibt Benjamin zu, hatte er in der Fußgängerzone aus ganz anderen Gründen zu seinem Instrument, das er seit vier Jahren lernt, gegriffen.

Mutter bringt den Stein ins Rollen

„Ich wollte ein bisschen Geld für mein Weihnachtsgeschenk sammeln“, verrät er. Ein neues Fahrrad wünscht er sich. Vater Nils steht bereits mit dem Christkind in Verhandlungen – und unterstützte die musikalische Adventsaktion seines Sohnes. Die Kasse klingelte bei dessen ersten Straßenkonzert am ersten Dezembersamstag rund um den Wochenmarkt gewaltig. „Dann hat mich eine Frau gefragt, wofür ich denn sammle“, erinnert sich Benjamin. Er antwortete wahrheitsgemäß – und kam ins Grübeln.

Kollekte an Weihnachten

Zuhause angekommen gab seine Mutter den Anstoß für eine weitere Spendenaktion von Benjamin, der wie sein älterer Bruder Lukas bei den Domsingknaben im Chor singt. „Sie hat mir Informationen zur Adveniat-Weihnachtsaktion gezeigt, die uns unser Chorleiter zugeschickt hatte“, berichtet der Friedensschüler.

Geld für arme Kinder in Lateinamerika

Die traditionelle Adveniat-Aktion war wenige Tage zuvor in Münster eröffnet worden. Kurzerhand fuhr Benjamin in Begleitung von Vater und Bruder erneut in die Innenstadt: Zwischen Domplatz und Rathaus packte er zum zweiten Mal innerhalb einer Woche sein Euphonium aus und erfreute die Menschen mit „Alle Jahre wieder“, „Maria durch ein Dornwald ging“ und weiteren Advents- und Weihnachtsmelodien.

Bei der Übergabe der Summe an Weihbischof Zekorn ist Benjamin bestens informiert und hat konkrete Vorschläge, was mit seinem Geld passieren soll: „Ich habe im Internet gelesen, dass es ein Projekt gibt, bei dem arme Kinder in Lateinamerika in einer Suppenküche eine warme Mahlzeit am Tag bekommen.“ Dort zum Beispiel sei das Geld doch gut angelegt. Weihbischof Zekorn versprach, die großzügige Spende des Elfjährigen umgehend an das Hilfswerk weiterzuleiten.

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