Unterschriften-Aktion aus Münster

Eltern fordern Schulkonzept

Münster

Über 5000 Unterschriften hat eine Mutter aus Münster gesammelt, um auf die ungewisse Unterrichtssituation nach den Sommerferien und die damit einhergehenden Probleme für Eltern aufmerksam zu machen. Nun hat ihr Engagement sie bis in den Landtag nach Düsseldorf gebracht.

Joel Hunold

Margrit Schnackenberg (2.v.r.) hat sich in Düsseldorf mit den bildungspolitischen Sprechern der Parteien getroffen (v.l.): Franziska Müller-Rech (FDP), Frank Rock (CDU), Sigrid Beer (GRÜNE), Jochen Ott (SPD). Dabei waren auch ein Vater aus Leverkusen und sein Sohn Foto: privat

Privates Engagement kann einen manchmal weit bringen. Beispielsweise bis in den Landtag nach Düsseldorf. Margrit Schnackenberg, Software-Entwicklerin aus Münster, hat Mitte Mai eine Online-Unterschriften-Aktion in Form eines offenen Briefs an die nordrhein-westfälische Landesregierung gestartet (schule-fuer-alle.de). Darin geht es um die Art und Weise, wie nach den Sommerferien an den hiesigen Schulen der Unterricht aussehen soll (wir berichten darüber). Schnackenberg ist selbst Mutter einer Tochter im Grundschulalter.

„Wohlwollendes Interesse“

Nun hat sich die Initiatorin mit den schulpolitischen Sprechern von vier der fünf im Landtag vertretenen Parteien getroffen. Zwar hätten diese sich lediglich knapp 15 Minuten Zeit für die Münsteranerin genommen, die von einem Vater aus Leverkusen, der Schnackenbergs Unterschriften-Aktion unterstützt, und dessen Sohn begleitet wurde. „Sie haben aber wohlwollendes Interesse gezeigt“, erzählt Schnackenberg nach dem Treffen. „Wir haben betont, dass wir als Partner ernst genommen werden wollen“, so Schnackenberg und erläutert, Eltern bräuchten verlässliche Informationen.

Schließlich ging es in dem Brief genau darum, dass die Landesregierung lieber heute als morgen über die Unterrichtskonzepte für die Zeit nach den Sommerferien informieren solle. Gerade angesichts der geplanten weitgehenden Kita-Öffnungen ab dem 8. Juni sei das Unverständnis über die fehlenden Schul-Informationen unter den Eltern groß. „Was macht Schule so viel schwerer zu öffnen als die Kitas?“, fragt sich die selbstständige Softwareentwicklerin.

Margrit Schnackenberg

Zu dem Treffen war es gekommen, weil Schnackenberg, die ursprünglich lediglich die Unterschriften-Aktion im Sinn hatte, von deren großem Erfolg so überrascht war, dass sie sich dazu entschieden hatte, die Initiative auszubauen. „Ich bin kein politischer Profi, aber ich wollte das ungern versanden lassen“, berichtet sie.

Auch wenn Schnackenberg ihrer Aktion einen „Graswurzelcharakter“ zuspricht, konnte sie sich mittlerweile namhafte Unterstützer sichern. So macht die Landeselternschaft der Grundschulen Nordrhein-Westfalens auf ihren Brief aufmerksam und steht hinter ihm. „Ich hoffe, dass wir so unser Anliegen noch besser nach vorn bringen können“, erläutert Schnackenberg. Schließlich sei der Verband gut vernetzt in die Politik.

10.000 Unterschriften als Ziel

Zudem haben 14 Tage nach Beginn der Aktion über 5200 Befürworter unterzeichnet. Das neue Ziel seien nun 10 000 Unterschriften bis zum 17. Juni. An diesem Tag trifft sich der Schulausschuss. Und an diesem Tag wird es Schnackenberg erneut nach Düsseldorf führen, denn dann will sie den Brief an NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer übergeben, erläutert Schnackenberg. Einen vorbereitenden Brief hätte sie bereits an Gebauer sowie an Mathias Richter, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung, verschickt. „Ich glaube, es ist deutlich klar, dass wir hartnäckig bleiben wollen“, so Margrit Schnackenberg.

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