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Ende der Radwegebenutzungspflicht

"Chaos vorprogrammiert": Emotionale Debatte um Radfahrer auf der Straße

Münster

Die Debatte ist eröffnet: Die Frage, ob es Radfahrer in Münster künftig auch auf der Straße fahren dürfen, umtreibt die Münsteranerinnen und Münsteraner. Die Reaktionen sind vielfältig.

Von Klaus Baumeister

Das war zu erwarten: Die Ankündigung der Stadt Münster, Radfahrern künftig (bis auf genau beschriebene Ausnahmen) die freie Wahl zu lassen, ob sie einen Radweg oder die Straße benutzen wollen, hat ein gewaltiges Echo hervorgerufen.

Reaktionen erreichten die Redaktion per Mail und über Facebook. Hier einige Stimmen (meist gekürzt):

Benedikt Bevier: Die Debatte um den angeblichen Wegfall der Radwege-Benutzungspflicht ist ein sehr gutes Beispiel für eine in der Öffentlichkeit inszenierte „Schein-Diskussion“. Denn: Anders als landläufig viel zu oft angenommen, existiert eine generelle Benutzungspflicht für Radwege nicht – und kann somit auch nicht entfallen.

"Chaos auf den Straßen ist vorprogrammiert"

Georg Kater: Bei der derzeitigen Disziplinlosigkeit, die die überwiegende Mehrzahl der Radfahrer inzwischen praktiziert, ist das Chaos auf den Straßen doch schon vorprogrammiert. Leider ist es inzwischen doch schon soweit gekommen, dass ein Großteil der Radfahrer den Status einer „Heiligen Kuh“ für sich in Anspruch nimmt.

Wolfgang Müller: Endlich wird das, was ich schon länger betreibe, auch legal. Die Stadt Münster spart sich so die längst überfälligen Radweg-Reparaturen. Die Straßen sind zwar auch nicht in einem überragenden Zustand. Aber immer noch besser als die meisten Radwege.

"Zwingend Radwege benutzen"

Detlef Schütte: Radfahrer und Radfahrerinnen sind auf Straßen gegenüber dem Autoverkehr generell das schwächere Glied im Straßenverkehr. Daher sollten diese auch dort, wo es extra Radwege für sie gibt, diese auch zwingend benutzen.

Felix Kötting: Die Politik und die Verkehrsplaner müssen sich darauf einstellen, dass der „Fahrrad-Boom“ weiter anhält, besonders bei den E-Bikes.

Wolfgang Rüffer: Ich bin gegen die Aufhebung der Radwegebenutzungspflicht. Zum sicheren Fahren auf den Fahrbahnen gemeinsam mit Autos benötigt man sowohl die volle Kenntnis der hier geltenden Verkehrsregeln, genügend Erfahrungen damit, als auch eine entsprechende Geduld und sehr viel Disziplin. Viele Radfahrer bringen zu wenig davon mit.

Bodo Borgdorf

Bodo Borgdorf: Der Wunsch, dass Radfahrer demnächst auf den Fahrbahnen fahren dürfen, ist eine schwere Entscheidung, die auch gefährlich sein kann.

Marc Schüler: Um im Straßenverkehr als Autofahrer teilnehmen zu dürfen, wird ein Führerschein benötigt. Hält man sich nicht an die Regeln, gibt es Punkte oder der Führerschein ist weg. Wie sieht es bei Fahrradfahrern aus, die sich nicht an die Regeln halten und den Straßenverkehr als rechtsfreien Raum betrachten? Meiner Meinung nach sollten hier dann die Gesetzte auch verschärft werden. Vielleicht sollte es dann auch eine Fahrerlaubnis für Fahrradfahrer geben.

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