1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Münster: Energiesparmaßnahmen betreffen Büros und den Send

  6. >

Krise

Weitere Energiesparmaßnahmen betreffen Büros und den Send

Münster

Der Gaspreis steigt weiter, die kalte Jahreszeit rückt näher. Der zuständige Krisenstab der Stadt Münster hat deshalb am Mittwoch weitere Maßnahmen zur Energieeinsparung beschlossen.

Umfangreiche Beleuchtung gehört normalerweise zum Send dazu. Wegen der Energiekrise wird jedoch über Sparmaßnahmen verhandelt. Foto: Matthias Ahlke

Mit zahlreichen bereits beschlossenen Maßnahmen will die Stadt Münster ihren Beitrag zur notwendigen Energieeinsparung leisten – zum Beispiel über abgesenkte Raumtemperaturen in städtischen Gebäuden oder kühleres Wasser in den Bädern. „Die bisherigen Maßnahmen müssen aber weiter ausgebaut werden mit dem Ziel, am Schluss etwa 15 bis 20 Prozent weniger Energie zu verbrauchen als bisher“, sagte Wolfgang Heuer, Leiter des Krisenstabes Energie, in einer städtischen Pressemitteilung von Mittwoch.

Neu beschlossen hat der Krisenstab, dass die Gebäude der Stadtverwaltung ab Beginn der Heizperiode Mitte Oktober montags bis donnerstags nur noch von 7 bis 17 Uhr sowie freitags von 7 bis 14 Uhr beheizt werden – bisher wurde zwischen 6 und 20 Uhr geheizt, zum Teil auch samstags. Gelten soll die Regelung nach Möglichkeit auch für angemietete Objekte. Falls Bürgerbüros oder andere Bereiche, die nach 17 Uhr noch genutzt werden, zu schnell auskühlen, können die Kernheizzeiten dort bis 18 Uhr erweitert werden. Ausgenomen von dieser Regelung sind unter anderem Sitzungsräume. Sonderregelungen gibt es auch bei den großen Kulturbetrieben wie Theater und Stadtmuseum.

Bäder schließen zwischen Weihnachten und Neujahr

Wie die meisten Verwaltungsgebäude werden auch sämtliche Bäder der Stadt zwischen Weihnachten und Neujahr schließen. Dasselbe gilt für die städtischen Sporthallen mit Ausnahme der Halle Berg Fidel, die für große Veranstaltungen zwischen den Jahren geöffnet bleibt. Der Arbeitskreis „Städtische Energieversorgung“ wertet zudem aktuell 80 Vorschläge zu weiteren Energiesparmöglichkeiten aus, die von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt eingereicht wurden.

Bis zu 20 Prozent weniger Energie soll auch der Herbstsend vom 22. bis zum 30. Oktober verbrauchen – hier muss vor allem an der Beleuchtung gespart werden. „Wir führen derzeit Gespräche mit dem Schaustellerverband. Die Mitglieder sind gerne bereit, hier aktiv zu werden“, sagt Julia Dickfer vom städtischen Ordnungsamt. Die Teilnahmebedingungen für den Send, die normalerweise Mindestzeiten für die Beleuchtung vorsehen, würden im Zeichen der Energiekrise ausgesetzt, so Dickfer. Auch mit den Veranstaltern der sechs Weihnachtsmärkte nimmt die Verwaltung Kontakt auf, damit hier ebenfalls das genannte Sparziel erreicht werden kann.

Schulgebäude von Sparvorgaben ausgenommen

Weitere nennenswerte Einsparpotenziale sieht Wolfgang Heuer im Bereich der zahlreichen Schulgebäude der Stadt, die aber derzeit bundesweit von Sparvorgaben ausgenommen sind: „Hier wird zurzeit nach guten Lösungen gesucht, um auch in den Schulen Sparpotenzial zu nutzen.“ Grundsätzlich begrüßt werden von Heuer die neu beschlossenen Entlastungspakete des Bundes, hier komme es aber noch sehr auf die konkrete gesetzliche Ausgestaltung der Einzelmaßnahmen an: „Ohne finanzielle Unterstützung für die Menschen wird es nicht gehen, die Richtung stimmt also.“

Seit dem 3. August arbeitet der Krisenstab der Stadt Münster zum Gasmangel und dessen möglichen Auswirkungen. Das Gremium tagt wöchentlich. Aufgabe des Krisenstabs ist der bestmögliche Schutz der Bürgerinnen und Bürger in Münster vor den Folgen der Entwicklung auf den Energiemärkten, die unter dramatischen Einschränkungen bei der Verfügbarkeit von Erdgas leiden. Zurzeit arbeiten im Krisenstab vier Projektgruppen zu den Unterthemen „Stabile Energieversorgung“, „Städtische Energiesparmaßnahmen“, „Existenzsicherung“ und „Kritische Infrastruktur“.

Startseite
ANZEIGE