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Interview mit John Garcia

Er kann auch ganz sanft sein

Münster

John Garcia war der Frontmann der legendären Band „Kyuss”, die Anfang der Neunziger den Stoner-Rock, eine harte, knochentrockene und groovige Form des Hardrocks, weltweit etablierte. Doch er kann auch sanft.

wn

John Garcia wurde als Frontmann der einflussreichen Band „Kyuss“ bekannt. Am Wochenende war er in der Sputnikhalle zu Gast. Foto: de Vos

Jetzt kam der Sänger mit seinem Gitarristen Ehren Groban nach Münster in die Sputnikhalle, um Lieder seines Solo-Projektes, seiner aktuellen Solo-Scheibe sowie „Kyuss“-Klassiker auf akustischer Basis vorzustellen. André de Vos sprach mit ihm.

Nicht jeder erwartet eine gemütliche und entspannte Akustik-Show von zwei der härtesten Rockmusiker überhaupt. Wer hatte die Idee, es einmal ganz ohne verzerrte und elektrische Gitarren zu versuchen?

Garcia: Im Januar letzten Jahres rief ich meinen Konzert-Manager an und fragte ihn, etwas zu machen, was ich so noch nie in meinem Leben vorher gemacht hatte. Ich hielt es zwar für eine gute Idee, aber es stimmt: Es ist ziemlich schwierig, wenn du immer nur die ganz harten Sachen durchgezogen hast, jetzt etwas sehr, sehr Softes zu machen. Aber auf der anderen Seite ist es auch sehr herausfordernd und macht eine Menge Spaß. Wir ziehen es jetzt einfach durch.

Was ist der Unterschied, wenn Du auf der Bühne mit E-Gitarren und Verstärkern vor ein paar Tausend Leuten stehst oder nur zu einer akustischen Gitarre singst?

Garcia: Ich werde dort nicht annähernd so nervös. Du stellst dich hier jetzt einfach mehr zur Schau. Du stehst da so gut wie nackt vor den Leuten. Das ist der Unterschied. Und jede Akustik-Show ist anders: Immer wenn ich denke, ich weiß, was ich mache, ändert sich auf einmal komplett alles! Aber ich mag das, und ich mag es, einmal so zu touren. Für uns ist das auch ein echter Lernprozess.

Warum bringt ihr jetzt zur Show nur ältere „Kyuss” – Songs sowie Lieder Deines akustischen Solo-Projekts – und nicht Songs von anderen Bands wie „Unida“ und „Slo-Burn“, in denen Du auch gespielt hast?

Garcia: Das ist eine gute Frage! Wir haben es versucht, aber das klappte nicht so richtig, und wir mochten nicht, wie wir da so klangen. Wir hatten anfangs viel Material vorgesehen, aber die Lieder jetzt sind die, die am meisten hervorstechen. Dabei wollen wir uns besonders auf das neue Live-Material konzentrieren, das als jetzige Gruppe entstanden ist. Lieder wie „Don‘t even think about it“, „Kentucky“ oder „Cheyteilla“ sind für uns die Schlüsselsongs, weil sie so brandneu sind.

Habt ihr denn schon mit den Aufnahmen für die neue Platte begonnen, oder ist sie schon fertig?

Garcia: Wir werden jetzt eine Akustik-Platte und eine neue J.G.-Solo-Scheibe mit kompletter Band produzieren. Das Akustik-Album wird wahrscheinlich zuerst im Sommer herauskommen und die andere Solo-Scheibe im August gleich hinterher.

Welche Instrumente spielst Du auf der Akustik-Scheibe?

Garcia: Ich mache ein bisschen Perkussion und singe hauptsächlich. Ich bin nur ein ganz erbärmlicher Gitarrist und kann meinen Gitarristen immer nur die Ideen aufzeigen, die sie dann systematisch weiterentwickeln. Die Songs schreibe ich zusammen mit Ehren Groban. Das ist insgesamt mein Job. Mehr mache ich nicht.

Sind auf Deiner elektrischen Soloscheibe auch wieder Gastmusiker mit dabei?

Garcia: Ja, Robbie Krieger von „The Doors” wird dabei sein und Danko Jones auch. Es wird aber keine All-Star-Band. Bei Robbie ist es toll, weil wir hauptsächlich in seinem Studio aufnehmen. Er wird jeden Tag dabei sein oder wenigstens im Kontrollraum. Danko ist hingegen in Toronto. Es nimmt dort seine Tracks auf und schickt sie uns per Internet.

Was sind Deine Projekte für Deutschland?

Garcia: Jetzt bin ich für Akustik-Shows vorbeigekommen, und im Oktober spiele ich Livekonzerte mit der kompletten Band.

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