1. www.wn.de
  2. >
  3. Muenster
  4. >
  5. Erdbeerernte startet mit Verspätung

  6. >

Witterung sorgt für Umsatzausfälle

Erdbeerernte startet mit Verspätung

Münster

Das Warten hat ein Ende: Die Ernte der Erdbeeren in Münster hat begonnen. Wegen des Regens hat sich der Start allerdings verzögert. Ein Ortsbesuch in Gelmer und Gimbte.

Helmut P. Etzkorn

Trotz Dauerregens hat die Erdbeerernte auf den Feldern in Gimbte und Gelmer begonnen (v.l.): Susanne Schulze Bockeloh (Landwirtschaftlicher Kreisverband), Stephan Bäcker und Burkhard Lütke-Laxen rechnen mit deutlich geringeren Erträgen. Foto: hpe

Die Kälte und der Dauerregen der vergangenen Wochen wirken sich deutlich auf die lokale Erdbeerernte aus. Der Kreisverband Münster des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes und die beiden großen Erdbeerbauern Bäcker und Lütke-Laxen in Gelmer rechnen mit Umsatzausfällen von bis zu 30 Prozent.

„Die Regenschäden haben viele und fast reife Früchte im Freiland faulen lassen, die können wir jetzt gleich entsorgen“, so Landwirt Stephan Bäcker am Donnerstag. Zum offiziellen Start in die Erdbeersaison auf den Feldern seien die Erträge noch „sehr überschaubar“.

Mitarbeiter aus Rumänien

Und wenn in den nächsten Tagen – wie prognostiziert – endlich die Sonne auf die Felder scheint, gibt es gleich das nächste Problem. „Dann reifen alle Beeren zeitgleich, und wir brauchen doppelt so viele Erntehelfer“, so Bäcker. Aktuell sind 30 Leute auf 20 Hektar Fläche im Einsatz, im Juni wird sich die Zahl der Mitarbeiter vorwiegend aus Rumänien verdoppeln.

Auch Kollege Burkhard Lütke-Laxen, der 35 Hektar Anbaufläche hat, rechnet erst in rund zehn Tagen mit größeren Erntemengen. „Aktuell können wir die große Nachfrage nach Erdbeeren aus der Region nicht befriedigen, und das liegt eben am Wetter“, meint er. Neben den Umsätzen in eigenen Hofläden, Verkaufsbuden und auf Wochenmärkten wird auch der regionale Lebensmittel-Einzelhandel täglich frisch bestückt.

Folientunnel werden wichtiger

In Folientunneln habe man die beliebte Sommerfrucht zwar schon relativ witterungsunabhängig anbauen können, die große Masse der Erträge aber werde jetzt aus dem Freiland erwartet. Und weil das Wetter immer mehr Kapriolen schlägt, rechnen die Erdbeerbauern mit einem deutlichen Anstieg der sogenannten „Verfrühung“, also dem Anbau mit erster Ernte schon im März und April in Gewächshäusern und unter Folie. „Wir müssen einfach wettbewerbsfähig bleiben mit den Anbietern aus Holland, Spanien und Italien“, so Lütke-Laxen.

Auch wenn die Folien von Naturschützern kritisch betrachtet werden, seien sie „relativ alternativlos“. Lütke-Laxen: „Wir können in den Tunneln gezielt Nützlinge wie Florfliegen und Schrumpfwespen einsetzen. Die vernichten die Blattläuse und Spinnmilben, auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln können wir verzichten. Das ist für die Natur sogar besser.“

300 Tonnen Erdbeeren pro Jahr

Insgesamt, so der Landwirtschaftsverband, werden jährlich in Gelmer rund 300 Tonnen Erdbeeren geerntet. Die Preise sind auf Vorjahresniveau. Im Durchschnitt kostet ein Kilogramm rund neun Euro.

Startseite
ANZEIGE