1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. „Erkennbare Zielkonflikte“

  6. >

Beratung über Münsters Zukunft

„Erkennbare Zielkonflikte“

Münster

Der "Zukunftsprozess", der über Jahre unter münsterischer Bürgerbeteiligung stattgefunden hat, ist formal abgeschlossen. Im Rat wurde nun darüber debattiert, dass es jetzt darauf ankomme, die beschlossenen Leitbilder auch laufend weiter zu bearbeiten.

Von Klaus Baumeister

Wie sieht Münster in Zukunft aus? Das wird im Prozess "Münster Zukünfte 20/30/50" thematisiert. Foto: Stadt Münster

Als das Wort „Zukunftsprozess“ zum ersten Mal in Ratsunterlagen auftauchte, kam sogleich die Befürchtung auf, es könne sich hierbei um eine Wahlkampfhilfe für Oberbürgermeister Markus Lewe handeln. Es handelte sich nicht um die Wahl 2020, sondern um die Wahl 2015.

Seitdem läuft der Prozess unter dem Titel „Münster Zukünfte 20/30/50“. In der Ratssitzung am Mittwochabend nun fand der Prozess ein Ende, wobei die GAL-Ratsfrau Annika Bürger süffisant bemerkte, der Prozess habe so lange gedauert, dass das Jahr 2020 nicht mehr in der Zukunft liege.

Vorbildliche Bürgerbeteiligung

Allgemein wurde gelobt, dass es unter dem Dach des Zukunftsprozesses viele Veranstaltungen gegeben habe, die vorbildlich für die Bürgerbeteiligung gewesen seien. Die Linke Katharina Geu­king bemerkte jedoch kritisch, dass bestimmte Bevölkerungsschichten in dem Prozess „unterrepräsentiert“ gewesen seien.

Das Ratsbündnis aus Grünen, SPD und Volt legte einen Änderungsantrag zu dem Beschlusspapier vor. Ausgangspunkt war dabei die Vermutung, dass das Ergebnispapier zu glatt ausgefallen sei. In dem Änderungsantrag heißt es: „Der Rat erwartet, dass erkennbare Zielkonflikte zwischen beschlossenen Leitbildern, Handlungsstrategien und Masterplänen in einem laufenden intensiven Austauschprozess möglichst frühzeitig identifiziert und systematisch bearbeitet werden.“

„Gelesen, gelacht, gelocht“

Beim CDU-Fraktionschef Stefan Weber kam dieser Antrag nicht gut an. Das Papier suggeriere, als bewerte das Ratsbündnis die umfassenden Ergebnispapiere frei nach dem Motto: „Gelesen, gelacht, gelocht“.

Dem Ratsbeschluss beigefügt ist eine Szenarienanalyse, die für die Zeit ab 2030 in Münster vier Varianten formuliert: „wertvoll“ „selbstzufrieden“, „erstarrt“ und „verwelkt“.

Startseite