1. www.wn.de
  2. >
  3. Münster
  4. >
  5. Erneut ein historischer Akt

  6. >

Städtepartnerschaft mit Enschede besiegelt

Erneut ein historischer Akt

Münster

Jetzt wächst zusammen, was schon lange zusammengehört. Die beiden Städte Münster und Enschede haben ihre Stadtpartnerschaft besiegelt. Und dafür gibt es gute Gründe.

Von Ralf Repöhler

Onno van Veldhuizen (l.) und Markus Lewe umarmten sich nach der Unterzeichnung der Urkunden. Foto: Oliver Werner

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe sprach von einem „wieder einmal historischen Akt unter dem großen Leuchter“ im Friedenssaal. Der erste habe, damals im Kontext mit dem Westfälischen Friedensschluss von 1648, zur Unabhängigkeit der Niederlande geführt. Der zweite führt nun dazu, dass Münster und Enschede ihre Partnerschaft leben. Lewe und sein Amtskollege Onno van Veldhuizen unterzeichneten am Dienstag vor Vertretern von Politik und Verwaltung, Hochschulen und Wirtschaft dies- und jenseits der Grenze die Partnerschaftsurkunden zwischen beiden Städten. „Endlich kommt es zu diesem symbolischen Akt“, sagte Lewe angesichts der jahrzehntelangen guten Freundschaft im Beisein des niederländischen Honorarkonsuls in Münster, Dr. Eduard Hüffer. Die Zukunft bestehe in einer grenzfreien Region und einem gemeinsamen Wirtschaftsraum, so Lewe.

Für Enschedes Bürgermeister Onno van Veldhuizen war die feierliche Unterzeichnung der Urkunden im Anschluss an eine gemeinsame Sitzung der Verwaltungsvorstände Enschedes und Münsters eine der letzten Amtshandlungen. Er scheidet in wenigen Tagen aus dem Amt. „Ich habe versucht, meine Stadt fortzubewegen. Wir sind keine Stadt mehr am Rande der Niederlande, sondern in der Mitte Europas“, sagte van Veldhuizen. Münster und Enschede, aber auch Osnabrück, bildeten gemeinsam ein goldenes Dreieck. Der Rat des Bürgermeisters aus Enschede an seine Landleute lautet, die neue Städtepartnerschaft zu leben. „Sucht euch euren Markus Lewe auf der anderen Seite aus!“

Königsbesuch gab das Startsignal

Aus der laut Lewe „kostbaren Kooperation“ der beiden Zentren in der Grenzregion sei Nähe entstanden. „Weil die Menschen sich begegnen. Die Münsteraner fahren nach Enschede. Die Menschen aus Enschede fahren nach Münster. Gerade erst bin ich von Niederländern gefragt worden, ob es in Münster wieder einen Weihnachtsmarkt gibt. Die Antwort lautet Ja“, so Lewe.

Einen Besuch des niederländischen Königs Willem-Alexander vor gut zehn Jahren hatten die beiden Bürgermeister zum Anlass genommen, die seit Jahrzehnten gute Nachbarschaft zu intensivieren und zur Zusammenarbeit auszubauen. Zum Beispiel in der Verkehrspolitik: So soll die Euregiobahnstrecke Münster-Zwolle weiterentwickelt werden, sagte Lewe. Im kulturellen Bereich wird an gemeinsame Märkte gedacht. Der Münsterland-Giro startet in Enschede. Amtskollege van Veldhuizen bedankte sich für die Unterstützung Münsters während der Corona-Pandemie, als Patienten aus dem Nachbarland im Uniklinikum Münster behandelt wurden. „Ihr habt uns buchstäblich geholfen, Luft zu bekommen. Die Freundschaft und Liebe werden wir nicht vergessen.“

Partnerschaft wurde schon 2020 beschlossen

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Räte beider Städte die Partnerschaft beschlossen, wegen der Corona-Pandemie musste der offizielle Teil vorschoben werden. Ein „Letter of Intent“ regt seit dem Jahr 2017 einen Wissenstransfer zwischen den Stadtverwaltungen an. Seitdem haben sich die beiden Bürgermeister regelmäßig ausgetauscht und insgesamt 20 städtische Ämter den Kontakt zu ihrem Pendant in Enschede hergestellt.

Startseite
ANZEIGE