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Feuerwehreinsatz

Erneutes Feuer im Gleisbereich - Fahndung nach Brandstifter

Münster

Die Feuerwehr hatte am Samstagabend in Münster einen erneuten Einsatz im Bahnbereich - exakt an einer Brandstelle vom Vortag. Die komplizierten Löscharbeiten hatten größere Auswirkungen auf den Zugverkehr. Gefahndet wird nach einem Serienbrandstifter. 

Von Helmut Etzkorn

Bekämpft wurde der zweite Brand über lange Schlauchleitungen, die vom Industrieweg und vom Alfred-Krupp-Weg aus hin zu dem brennenden Zug gelegt wurden. Foto: Helmut Etzkorn

Eine mysteriöse Brandserie unweit des Hauptbahnhofs hielt die Feuerwehr am Wochenende in Atem. Gleich dreimal brannten Waggons eines Personenzuges, der auf einem Abstellgleis in Höhe Industrieweg steht. Insgesamt rund 150 Wehrleute waren im Dauereinsatz, die für Bahnstrecken zuständige Bundespolizei fahndet nun nach den Brandstiftern.

In der Nacht zum Samstag gegen 1.30 Uhr gab es den ersten Alarm von der Notfall-Leitstelle der Bahn. Zunächst waren ein Lagerhallenbrand und ein Feuer in einem Güterschuppen gemeldet worden. Vor Ort stellten die ersten Einsatzkräfte dann fest, dass zwei Wagen des ausrangierten Partyzuges der Bahn, die dort seit Jahren ungefähr einen Kilometer südlich vom Hauptbahnhof in Höhe Westfalen AG auf den Gleisen parken, in Vollbrand stehen.

Auf Parallelgleisen, nur wenige Meter entfernt, waren zahlreiche Kesselwagen abgestellt, die sich nach näherer Untersuchung zum Glück als leer erwiesen. Somit gab es zumindest hinsichtlich einer möglichen Explosionsgefahr schnell Entwarnung.

Die Löscharbeiten selbst waren schwierig. Knapp 20 Parallelgleise liegen in dem Bereich zwischen Industrieweg und Alfred-Krupp-Weg. Mauern und Zäune verhindern den direkten Zugang zum Einsatzort. Die Feuerwehr musste bei allen Einsätzen abwarten, bis die Bahn die Einstellung des kompletten Zugverkehrs bestätigte. Dadurch kam es am Hauptbahnhof zu Zugausfällen.

Die Waggons selbst hatten zahlreiche Hohlräume mit Glutnestern, die nur schwer zu erreichen waren.  In den Wagen fanden die Wehrleute Matratzen, offensichtlich werden die Waggons regelmäßig als Schlafplatz von obdachlosen Menschen genutzt, so ein Sprecher der Bundespolizei. Beim ersten Brandeinsatz entdeckte die Feuerwehr in einem Waggon, der nicht vom Feuer betroffen war, einen unverletzten Mann.

Die Brandbekämpfung selbst dauerte jeweils mehrere Stunden, nur unter schwerem Atemschutz konnten die Wehrleute bis ins Innere der Waggons eindringen. Dicke Qualmwolken zogen über die Gleise.

Am Samstag um 20.17 Uhr entdeckten Passanten schon wieder einen Feuerschein im Bereich der abgestellten Züge, erneut standen zwei Waggons komplett in Flammen. Während der Löscharbeiten mussten der Alfred-Krupp-Weg und der Industrieweg gesperrt werden.

Die Wehrleute rückten gegen Mitternacht ab und hatten in ihren Gerätehäusern gerade Stiefel und Jacke abgelegt, da kam der dritte Alarm. Wieder der selbe Zug, wieder zwei brennende Waggons.

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