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Münster-Tatort

Erstmals keine Dreharbeiten mit Thiel und Boerne vor Ort

Münster

Der neue Münster-Tatort wird unter Corona-Bedingungen gedreht. Mit der Folge, dass Dreharbeiten mit Thiel und Boerne diesmal nicht vor Ort stattfinden. Eine traurige Premiere.

Ralf Repöhler

Axel Prahl (l.) und Jan Josef Liefers drehen gerade den neuesten Münster-Tatort – hier in der Pathologie in Köln. Foto: WDR/Thomas Kost

Oje, das wird natürlich Wasser auf die Mühlen der schlauen Meckerer sein: Zu wenig Münster im Münster-Tatort! Okay, die Macher haben eine Filmdrohne über die Stadt fliegen lassen. Und Kamerawagen durch die Straßen gejagt, um Aufnahmen für den neuen Münster-Tatort „Wer du wirklich bist“ zu machen, der in der ersten Jahreshälfte 2021 in der ARD ausgestrahlt wird.

Keine einzige Szene mit Boerne und Liefers in Münster

Aber unterm Strich: Die kultigen Hauptdarsteller Axel Prahl (Thiel) und Jan Josef Liefers (Prof. Boerne), deren Verträge bis zum Jahr 2024 verlängert werden sollen, werden an den 23 Drehtagen nicht in einer einzigen Szene des 39. Münster-Tatorts in Münster selbst gefilmt. Zum ersten Mal finden keine Dreharbeiten mit den beiden Schauspielern vor Ort statt.

Dieser Untergang des Abendlandes ist weniger den Kosten geschuldet, wie Bavaria-Produzent Jan Kruse versichert, sondern den strengen Vorschriften während der Corona-Pandemie. Die Produktionsfirma könne den Abstand auch bei Schaulustigen nicht garantieren, die Gesundheit gehe vor, sagt er. „Sie werden es der Folge nicht anmerken, da gibt es kluge technische Lösungen“, verrät Prahl.

Er vermisst das Klassenfahrt-Feeling, das sonst bei den Dreharbeiten in Münster herrsche. „Für uns ist das immer großartig.“ Liefers fehlen die kleinen Gespräche und die herzliche Art der Münsteraner. Und die Fahrräder. „Der Münster-Feenstaub fehlt mir“, sagt er.

Studio in Köln Hauptdrehort

Ja, und wo wird denn nun bis Monatsende gedreht? Im Studio in Köln und vor allem an einem Bauwagen, der in Bornheim steht. Dort wohnt im Tatort eine alternative Kommune. „Es gibt eine Leiche, das steht ziemlich fest, und eine Ermittlung“, verrät Prahl. Ja, und es geht um Gruppenseminare wie Sexualität und Tantra. Liefers verspricht eine erneut humorvolle Variante des Münster-Tatorts. Was in den aktuellen Coronazeiten ja nicht das Schlechteste wäre.

Prahl räumt ein, dass ihm der unsichtbare Feind Corona ein Unwohlsein bereite. Gerade mit Blick auf den Lockdown für die Kultur aber hätte er sich differenziertere Maßnahmen gewünscht. Liefers versucht in dieser Zeit, so angstfrei und gechillt wie möglich zu bleiben. Aber er weiß auch, dass es für alle, die nicht so im Wind stünden, schwer sei.

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