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Auftakt der Adveniat-Aktion

Erzbischof aus Brasilien schildert katastrophale Lage in Südamerika

Münster

Unter dem Motto „ÜberLeben in der Stadt“ ruft das katholische Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat in der Advents- und Weihnachtszeit zur Hilfe für die Menschen in Mittel- und Südamerika auf.

Von Helmut P. Etzkorn

Erzbischof Dom Leonardo Steiner aus der brasilianischen Amazonas-Metropole Manaus schilderte beim Adveniat-Auftakt am Sonntag im Paulus-Dom die verzweifelte Lage in seinem Land und dankte Deutschland für die großzügige Unterstützung.
Foto: Helmut P. Etzkorn

Die aktuelle Weihnachtsaktion führe „die Ungerechtigkeiten in den Städten in Lateinamerika und den Kampf so vieler Menschen um das tägliche Überleben“ vor Augen, sagte Bischof Felix Genn am Sonntag beim bundesweiten Eröffnungsgottesdienst im Dom von Münster.

Mit der Hilfe aus Deutschland „konnten wir viele Leben retten in einer Zeit, wo die Lage für uns fast aussichtslos erscheint“, sagte Erzbischof Dom Leonardo Steiner aus der brasilianischen Amazonas-Metropole Manaus am Sonntagmorgen zum bundesweiten Auftakt der Adveniat-Aktion im Dom zu Münster.

„Überfüllte Kliniken, fast 500 Tote täglich, unendliche Trauer an den Gräbern und wenig Perspektiven“, fasst Steiner die immer noch angespannte Corona-Lage in seiner Heimat zusammen. Sauerstoffgeräte werden inzwischen eingeflogen, Hospitalschiffe sind vor Ort und das Krankenhaus-Personal bekommt Unterstützung. „Das Engagement der Mitchristen aus Deutschland ist für uns alle ein Zeichen der Hoffnung“, so der Erzbischof.

Spendenaktion des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat

„ÜberLeben in der Stadt“ lautet das Motto der diesjährigen Spendenaktion des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, die besonders das Problem der unermüdlich wachsenden Metropolen in den Fokus rückt. Ausgrenzung, Ausbeutung und Not zeige sich gerade in den Städten überdeutlich, so Steiner. „Dort kämpfen täglich viele Menschen, die sich mit Handlangerdiensten und Gelegenheitsjobs durchschlagen müssten, um das Überleben.“

"Unter Corona ist das noch schwieriger geworden“, so Münsters Bischof Felix Genn. Mit der Hilfsaktion könne „Solidarität für die Gesellschaft bewiesen werden“, meinte Genn. Und dankte Steiner für einen „fast übermenschlichen Einsatz“, mit dem er 100 000 Menschen in Not schon hat helfen können. „Steiner hat den Menschen dort persönlich das Essen gebracht, bevor er woanders die Lastwagen mit den Särgen segnen musste“, so Genn.

Genn ruft zur Impfung und gerechter Impfstoff-Verteilung auf

Die nun gestartete Adveniat-Aktion sei deshalb „ein Beispiel für eine gelebte Solidarität und „mehr, als eine bloße Bettelaktion“. Die Pandemie bezeichnet der Bischof „bei aller Schrecklichkeit auch als Herausforderung“. Jeder müsse jetzt über sich selbst wachsen und sich impfen lassen. Gleichzeitig rief Genn dazu auf, die Impfstoffe mit anderen Völkern zu teilen. Alle Christen müssten gerade in schweren Zeiten „wachsen in der Liebe zu allen Völkern und die Tore ihrer Herzen öffnen“.

Adveniat-Spendentüten

Und Steiner setzt auf die Herzen der Katholiken in allen Bistümern. „Ohne Adveniat wäre die Seelsorge in den Gemeinschaften der Indigenen und Flussrand­bewohner am Amazonas nicht möglich“, glaubt der Erzbischof. „Die Kirche in Lateinamerika verdankte euch viel“ so Steiner. Weil wegen Corona weniger Menschen in Gottesdiensten zur Kollekte gehen können, verteilen die Gemeinden im Münsterland Adveniat-Spendentüten.

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