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Missbrauchsprozess gegen Adrian V.

Es geht in die Schlussphase

Münster

Der Missbrauchsprozess gegen den Münsteraner Adrian V. und vier weitere Angeklagte nähert sich dem Ende. Doch am 47. Verhandlungstag ging es noch einmal hitzig zu im großen Schwurgerichtssaal des Landgerichts Münster.

Von Dirk Anger

Im Missbrauchsprozess gegen Adrian V.und vier weitere Angeklagte hat die Kammer eine Frist zur Stellung von letzten Beweisanträgen gesetzt. Foto: Oliver Werner

Seit Mitte November werden vor dem Landgericht Münster die schweren Missbrauchsvorwürfe gegen den Münsteraner Adrian V., seine Mutter Carina V. und drei weitere Männer verhandelt. Am kommenden Dienstag soll das Mammutverfahren nun mit den Plädoyers in die Schlussphase treten.

Wäre es nach den Richtern der ersten Strafkammer gegangen, hätte bereits am Donnerstag, dem 47. Verhandlungstag, der Staatsanwalt seinen Schlussvortrag halten sollen. Doch davon fühlten sich wiederum die Verteidiger der fünf Angeklagten überrumpelt. Die Hitzigkeit der folgenden Debatte brauchte den Vergleich mit den hochsommerlichen Temperaturen außerhalb des Schwurgerichtssaals nicht zu scheuen, wie Beobachter meinten.

Plädoyers ohne Öffentlichkeit

Schließlich einigten sich aber alle Beteiligten darauf, mit den Schlussvorträgen doch erst am 15. Juni zu beginnen. Diese finden allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, worauf der Vorsitzende Richter vorsorglich hinwies. Weil Teile der Beweisaufnahme zum Schutz intimer Interessen von Opfern, aber auch von Angeklagten nicht öffentlich waren, sieht das Gesetz in Verfahren wie diesen für die Plädoyers den Ausschluss von Zuschauern im Gerichtssaal zwingend vor.

Frist für letzte Anträge

Zuvor hatte die Kammer der Verteidigung im Zuge der Beweisaufnahme eine Frist zur Stellung neuer Anträge bis zum 17. Juni gesetzt. Andernfalls bestehe die Besorgnis, dass der Verfahrensabschluss ohne rechtfertigenden Grund verzögert werde, erklärte Landgericht-Sprecher Dr. Steffen Vahlhaus.

Zu Beginn der vierstündigen Verhandlung hatte die Kammer drei am vorherigen Verhandlungstag gestellte Beweisanträge abgelehnt. So wird es weder ein Zweitgutachten zur Aussagetüchtigkeit des Hauptbelastungszeugen von Carina V. geben, noch wird ein Zeuge zu möglichen Versäumnissen beim Jugendamt Münster gehört.

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